In diesem Video "Hoss & Hopf und Marc Friedrich werden NICHT zensiert | Medienprofessor klärt auf" erfahren Sie, warum Hoss & Hopf und Marc Friedrich nicht zensiert werden. Ein Medienprofessor klärt auf über die Zensur in den Medien und warum bestimmte Inhalte nicht unterdrückt werden sollten.
Kritisch zu sein, das muss man sich ja leisten können heutzutage,
wenn ein Großteil der Einnahmen werbebasiert ist.
Ich meine, schauen Sie sich einen Hoss und Hopf an oder einen Marc Friedrich.
Natürlich können die sich da jedes Mal vor der Kamera platzieren
und irgendwelche Thesen von sich geben.
Aber die beiden oder die drei horten auch wahrscheinlich
Hunderte von Bitcoins irgendwo und sind finanziell frei.
Und das macht natürlich irgendwie auch frei nach außen.
Und wenn dann halt bei Hoss und Hopf irgendwas zensiert wird,
dann gehen die beiden raus und platzieren ein Video.
Das schauen sich 600.000, 700.000 Leute an.
Die Community ist wie so eine Armada,
die natürlich die Hosts des Kanals unterstützt.
Und da kann natürlich eine Behörde nicht einfach hergehen
und sofort den Kanal abschalten, obwohl er halt irgendwie unangenehm ist.
Klar, in der Gruppe Sicherheiten und das mit dem Leisten können stimmt.
Aber im Öffentlich-Rechtlichen haben wir ja relativ wenig Werbeeinnahmen.
Da gibt es dann diese Rundfunkbeiträge, die wir alle zahlen müssen.
Aber eben diese prekären Verhältnisse oder die ohne Kündigungsschutz
laufenden Arbeitsverhältnisse dort, die dann Konformität produzieren
und dafür sorgen, dass nicht zu viel abgewichen wurde, war auch mal anders.
In den 80ern hatten die meisten Tagesschau-Redakteure
einen festen Arbeitsvertrag mit Kündigungsschutz.
Da konnte man auch abweichende Sichten
in der Redaktion verteidigen und dann auch in die Sendung entsprechend bringen.
Aber das mit dem sich leisten können, kann ich an mir selbst beobachten.
Ich habe mich gefragt, warum ich nicht schon vor 2013
mit Medienkritik in die Öffentlichkeit gegangen bin.
Eine Erklärung ist, dass ich damals noch Kinder zu Hause hatte
und wenig Zeit hatte, mich mit den großen Themen wirklich zu beschäftigen.
Aber in dem Moment, wo die Kinder raus sind,
man keine Versorgungspflichten mehr hat.
Ich selber auch sagte, ich muss jetzt nicht irgendwie Reichtum anhäufen,
sondern mit dem klarkommen, was so und so da ist.
In dem Moment ist man nicht mehr so sehr gebunden an ökonomische Sicherheit,
z.B. durch bestimmte Arbeitsverhältnisse, dann kann man freier sein.
Und Leute, die dann entsprechend Geld haben,
die eine Community hinter sich haben, sind dann auch freier.
Das haben ja die beiden Beispiele,
Hoss und Hopf und Marc-Friedrich, die haben eine Community hinter sich.
Gilt sicherlich auch für jemanden wie Daniele Ganser,
der auch ein paar hunderttausend Follower auf YouTube hat,
der die Hallen füllt, immer mal wieder mit Cancel-Versuchen.
Aber gewinnt dann auch vor Gericht, wenn dann Verträge gekündigt werden.
Ich habe hier eine ganz, ganz spannende Frage aus der Community.
In der Medizin wird oft kritisiert,
dass finanzielle Interessen die Entscheidung beeinflussen.
Und sehen Sie eine ähnliche Problematik im Medienbereich,
wo Druck durch Klicks, Aufmerksamkeit zu generieren,
möglicherweise die sachliche Berichterstattung,
journalistische Integrität gefährdet.
Also kann man überhaupt unter diesen Umständen objektiv bleiben?
Wir hatten gerade Springer genannt, vier Milliarden Umsatz.
Vier Milliarden Vermögen bei Friedrich Springer.
Also Umsatz, weiß ich jetzt, das glaube ich nicht.
Das sind glaube ich vier Milliarden, haben Sie letztes Jahr gemacht.
Aber das Vermögen, Privatvermögen bei Friedrich Springer liegt so rum.
Bei Matthias Döpfner ist es so ähnlich.
Klar, mittlerweile ist da ja eine Heuschrecke drin, dieses KKR.
Also da ist Privat Equity letztlich Geld drin in dem Springer-Verlag.
Klar, also am Ende hängt es an Geld- und Besitzverhältnissen.
Der Journalismus ist ja auch nicht,
wir haben jetzt ein bisschen ein einseitiges Bild vielleicht gezeichnet.
Es gibt ja auch im Leitmedienjournalismus
in Deutschland Gegenstimmen, die aber dann auch wieder mit Geld zusammenhängen.
Die Berliner Zeitung zum Beispiel ist 19, glaube ich,
von einem Multimillionär gekauft worden, Holger Friedrich,
der ein Ostdeutscher, ungefähr so alt wie ich,
der sein Geld im IT-Bereich gemacht hat und bewusst sich entschieden hat,
eine Tageszeitung zu kaufen, um etwas entgegenzusetzen.
In eher regierungsnahen Kreisen hat diese Zeitung, glaube ich,
mittlerweile den Beinamen Berlinska ja brav dar,
in Anlehnung an die alte Zeitung der Kommunistischen Partei in der Sowjetunion,
weil der Friedrich, der Verleger, auch mal in der russischen Botschaft war
zum Tag des Sieges am 9. Mai bei der entsprechenden Feier.
Aber in der Berliner Zeitung haben wir einen Bereich, der heißt, glaube ich, Open Source,
wo wir beide, wenn unsere Beiträge anerkannten Standards genügen,
also Quellen offenlegen, sachlich geschrieben sind,
wo wir beide publizieren könnten, da auch honoriert werden würden.
Wir finden auch zu Corona, zu den Kriegen,
wir finden da unterschiedliche Sichtweisen, Pro- und Kontrasichtweisen.
Wir haben einen ähnlichen Fall mit dem schwäbischen Verlag,
dem nicht nur in seinem Heimatgebiet eine Tageszeitung gehört,
sondern auch in Mekpom, zwei Zeitungen mittlerweile,
Nordkorea und Schweriner Volkszeitung.
Da sind die Besitzer offenbar daran interessiert,
eine größere Vielfalt in die Zeitung zu bringen,
das Meinungsspektrum weiter auszuleuchten,
auch Stimmen zu haben, die jetzt keine Brandmauer da zur AfD bauen wollen.
War auch in der Corona-Zeit so.
Ich habe damals die Nordkorea-Chefredaktion besucht,
Jürgen Ladeck, der mittlerweile gestorben ist,
Simone Schaman, die bei Nius arbeitet und Gabriel Kortz,
der jetzt die redaktionellen Teile im schwäbischen Verlag verantwortet.
Die haben auch in der Corona-Zeit Gegenstimmen zu Wort kommen lassen
und konnten das mit Rückendeckung ihrer Eigentümer.
Jetzt auch der neue Chef vom Nordkorea ist auch kritisch,
war beim AfD-Parteitag in Essen zum Beispiel,
hat da einen sachlich nüchternen Bericht abgeliefert.
Letztlich hängt es an der Eigentümerstruktur.
Und wenn man jetzt fragt, wie können wir Medien bekommen,
die den Idealen, die ich auch an den Journalismus herantrage,
eher gerecht werden, also alle Themen und vor allen Dingen
alle Perspektiven auf die große Bühne und zwar so,
dass wir selber denken können und es uns nicht erzählt wird,
was wir davon zu halten haben.
Wie können wir diesen Idealen näher kommen?
Dann müssen wir da ansetzen.
Müssen wir bei Eigentumsverhältnissen ansetzen.
Müssen wir über Kooperationsmodelle, Genossenschaftsmodelle nachdenken.
Müssen wir schauen, wie kriegen wir mehr Milieus in die Redaktion?
Also da, klar, bei den Besitzverhältnissen fängt es immer an.
Also letztlich kann es ja auch nicht sein,
dass wir von einem Multimilliardär wie Elon Musk abhängen,
der dann seine Plattform umbenannt und etwas anders ausgerichtet hat,
als es bei Twitter vorher der Fall war.
Oder dass jetzt Mark Zuckerberg irgendwie einen Brief schreibt und sagt,
ja, die beiden Administrationen hat mich gezwungen, Facebook zu zensieren.
Von solchen Launen eines Milliardärs darf es ja nicht abhängen,
wie wir über uns informieren.
ServusTV ist auch zum Beispiel, da steckte ja auch ein Milliardär dahinter,
der Dietrich Matteschitz von Red Bull.
Die haben in Corona Talkshows gemacht, wo mehr Perspektiven zu sehen waren,
wo auch nicht unbedingt mit das Denken vorgegeben wurde,
aber es war halt ein Milliardärssender.
Und wenn der irgendwann sagt,
ich investiere mein Geld lieber doch komplett im Fußball,
dann ist Schluss mit der kritischen Medienstimme.
Hat Sie das überrascht mit Mark Zuckerberg,
dass er so proaktiv an die Medien gegangen ist
und ganz klar von Zensur gesprochen hat, die da halt 2021 passiert ist?
Wir wissen ja davon, wir haben ja die Twitter-Files gelesen,
wissen also, dass in der Zentrale bei Twitter FBI und CIA auf der Löschtaste saßen.
Wir haben das hier in Deutschland erfahren durch die Bild-Zeitung,
dass es diesen Corona-Gipfel im Juni 20 gab mit den Chefs der Plattformen,
den Deutschlandchefs der Plattformen und Steffen Seibert,
damals Regierungssprecher, Merkel-Sprecher und den Innenminister und so weiter,
den wichtigsten Ministerien in Deutschland.
Also wir wussten das schon, dass Zuckerberg jetzt diesen Brief schreibt,
hat vermutlich damit zu tun, dass er nicht sicher ist,
wie die Wahl im November ausgeht und wenn dann doch Donald Trump gewinnen sollte,
der ja Zensuropfer war.
Das war damals ja der krasseste Fall,
dass einem noch amtierenden Präsidenten in den USA im Januar
21 Twitter abgeschaltet worden ist von einer Konzernzentrale,
die mit den anderen Machtteilen da am Apparat zusammengearbeitet hat,
mit dem US-Sicherheitsapparat, was man hier als tiefen Staat bezeichnet.
Das war schon der krasse Fall und der Zuckerberg wird jetzt einfach
sich für beide Seiten offen halten.
Also es ist immer gut, wenn die Sachen da sind.
Das kommt natürlich dann auch in die Leitmedien.
Also wenn eine solche Stimme plötzlich sowas macht,
dann finden wir das auch in den Leitmedien.
Dann geht das raus aus den Nischen, wo man das ohnehin weiß
und dann erreicht es vielleicht auch Menschen,
die nicht für möglich halten, dass in westlichen Gesellschaften,
die ja wie in Deutschland in Artikel 5 Grundgesetz sagen,
eine Zensur findet nicht statt, dass da das genau stattfindet,
dass genau da das Zusammenspiel von Plattformen und Regierungen stattfindet.
Für viele ist ja der Kapitalismus das Böse,
sind diese Multimilliardäre das Böse,
aber dieses Böse arbeitet längst mit den staatlichen Behörden zusammen
und macht da das, was gewünscht wird, wie wir in Corona ja erlebt haben.