Unseren Spitzenkoch Mike Süsser hat es diesmal ins schöne Schwabenland verschlagen. Den Start macht Tom mit seinem Pincho. Für den Profi gibt es Kleinigkeiten aus Spanien, ob es Mike Süsser schmeckt?
„Mein Lokal, Dein Lokal“ stellt fünf sympathische Restaurantbesitzer mit ihren Lokalitäten vor und lässt diese gegeneinander antreten - aber nicht auf dem normalen Weg. Die Restaurantbesitzer lassen sich als Gast in vier weiteren Restaurants verwöhnen und nehmen die anderen Betriebe unter die Lupe. Im Gegenzug müssten Sie natürlich auch die anderen Teilnehmer für einen Besuch in Ihren Betrieb einchecken und Ihr Essen und Restaurant testen lassen. Wo der normale Gast in einem Restaurant vielleicht nur auf den vollen Teller achtet, wissen die Profis genau, worauf es ankommt: Geschmack, Service, Atmosphäre, Sauberkeit, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und natürlich das Gesamtkonzept. Außerdem ist der Profikoch Mike Süsser mit an Bord und gibt seine Bewertung ab.
Eine Männerpartie. Kacke für die Jungs, ich hab den längsten.
Von wegen geizig für den Wochensieg geben die Schwaben alles.
Wir haben hier das Entrecote. Wir essen Steak davon.
Er dreht ein Entrecote durch den Fleischwolf.
Welche Küche liefert am besten ab und wer kriegt's dicke?
Wolfgang Duart, ich such noch nach den richtigen Worten.
Die Konkurrenz heizt den Wettkampf an.
Oh, das Abgeben davon. Ja, Heilandsack.
Das ist unfassbar scharf.
Spätestens, wenn die Speise an den Tisch kommt,
muss man darauf hinweisen. Das ist nicht okay gewesen.
Los geht's im Pincho.
Silke und Thomas wollen mit Kleinigkeiten Großpunkten.
Geht das gut?
Wir haben mediterrane Speisen und das, was wir anbieten,
ist unsere Interpretation von Pinchos und Tabasco.
Aber wie schlüssig ist das Konzept?
Es ist nicht, was ich von einer Paella erwarte.
Ich würde es nicht Paella nennen.
Was spannend ist, bei jedem Gericht bis jetzt
ist irgendwie was Unerwartetes dabei.
Stuttgart lädt zur Lokalschlacht.
Wochenauftakt im Pincho.
Thomas serviert hier Tapas.
Die kommen nicht nur Spanisch rüber.
Der Länderspagat in Stefans alter Hofkammer gibt's.
Schwäbisch-Afrikanische Küche.
Tag 3 gehört Carlo und seinem Netzer.
Internationale Crossover-Leckereien sollen es richten.
Ralf bittet zu deutsch-schwäbischen Gerichten ins Applaus.
Bekommt er den dafür auch?
Und am Finaltag schickt Dennis das Leonharz ins Rennen.
Sein Konzept, tres chic, gut bürgerlich.
5 Konzepte, 1 Ziel, der goldene Wochensieg.
Stuttgart ist die 6. größte Stadt Deutschlands.
Klar, dass sich hier auch ehrgeizige Gastronomen tummeln.
Die nimmt Maik Süßer diese Woche unter die Profilupe.
Herzlich willkommen, neuer Wochenstart.
Bei mein Lokal, dein Lokal und wo sind wir?
Im wunderschönen Schwabenländle mitten in Stuttgart.
D.h. auf dem Teller landet nix vor lauter Geiz.
Blödsinn. Hier kann man toll, toll, toll essen.
Wir starten bei Tom.
Tom ist seit 5 Jahren erfolgreich mit einem spanischen Konzept.
Sein Haus heißt Pincho.
Und Eröffnung am Wochenstart.
Das ist immer nicht so einfach.
Ist es Kneipe, ist es Restaurant? Schauen wir uns an.
Das Pincho liegt im eher teuren Stadtteil Degaloch.
2013 war Eröffnung.
Wer aufgrund des Namens rein spanische Küche erwartet,
sollte jetzt genau zuhören.
Wir sind keine Spanier.
Und wir sind auch kein spanisches Lokal.
Sondern wir haben mediterrane Speisen.
Und das, was wir anbieten,
ist unsere Interpretation von Pinchos und Tabasco.
Wenn man eine Idee hat und in dieser Idee einige Sachen vereint,
geht das auch.
Vor allem geht es jetzt los.
Kann das Pincho unseren Spitzenkoch überzeugen?
Servus, Tom. Hallo.
Hallo, Mike. Schön, dass du da bist.
Wochenstart. Super.
Grüß dich. Danke schön.
Pincho, Pincho. Kleine Mahlzeit.
Das ist ähnlich wie Tabas, aber es geht um Kleinigkeiten, oder?
Wir haben auch Tabas und Pinchos.
Wo ist der Unterschied?
Kleine gekochte Mahlzeiten sind Pinchos.
Und Tabas ist mehr der Deckel.
Das heißt, es ist Schinken, Oliven, Käse.
Das ist Tabas. Alles klar.
Erzähl mal was. Zeitungen brauche ich nicht mitnehmen.
Die Einrichtung ist nicht typisch spanisch.
Wir wollen auch nicht spanisch sein.
Wir haben keine authentische spanische Küche,
sondern unser eigener Stil.
Die Idee, das Pincho aufzumachen, war,
dass wir in Degeloch alles haben.
Ein schwäbisches Lokal, ein italienisches,
ein thailändisches, ein türkisches Restaurant.
Aber in die mediterrane spanische Ecke gab es nichts.
Wir haben spanisch, italienisch, französisch.
Wir haben alles mögliche.
Alles ist gestattet.
Hier ist eine kleine Mischkultur aus allem.
Hier geht es um Kleinigkeiten, hier wollte man sich abheben.
Rundherum gibt es alles.
Und ihr, das heißt, du bist nicht alleine.
Das höre ich jetzt auch mal raus.
Gibt es eine 2. Hälfte?
Im Pincho sind wir 2 Geschäftsführer.
Meine Partnerin Seke Stahn und ich.
Sie ist größtenteils in der Küche.
Ich mache größtenteils Theke und Service.
Die gute Seele, die auch die Einrichtungen
hier fast komplett übernommen hatte.
Wir haben alles hier selber gemacht.
Von Tischen, Stühlenaufbau, die Theke haben wir selber gebaut.
Das hat sich über die Jahre entwickelt.
Zeigen wir das mal.
Kommt mit rein.
Bis zu 50 Gäste finden hier Platz.
Einer davon wird direkt reserviert.
Schau mal hier.
Da sitzt der Süßer.
Und dann Zeitung lesen.
Brauche ich auch nichts mitnehmen.
Es ist angenehm.
Schöne Farben, erdige Farben.
Alles selbst gemacht.
Ich finde es schön.
Ich bin gespannt, wer die Silke ist.
Bringst du mich rein in die Küche?
Klar, gehen wir.
Da ist es silkesreich, ganze 20 qm groß.
Das ist auf jeden Fall eine überschaubare Küche.
Eine Mischung aus Haushaltsgeräten
und professionellen Sachen.
Hallo.
Was für eine Freude.
Schön, dich zu sehen.
Lebensfreude pur.
Schöne Ausstrahlung habt ihr beiden.
Wir freuen uns.
Wir machen es mit der Hingabe.
Köcheln wir eine Runde?
Sehr gerne.
Viel Spaß.
Wir werden heute für den Maik eine Paella machen.
Eine Casador.
Wenn sie die so klassisch macht,
dann muss man das mit dem Paella-Reis
schön in der Pfanne angaren.
Dann gart man das mit den Gambas in einen Ganzen.
Das wird sie dort anders machen, schätze ich.
Recht hat er.
Unser Spitzenkoch, sogar der Name Casador,
ist eine Erfindung des Hauses.
Ich habe schon vorbereitet.
Bei uns abends muss es wahnsinnig schnell.
Du siehst an den kleinen Pfännchen.
Wenn die Bude voll ist,
kommen wir in Teufels Küche mit diesem Klein-Klein.
Ich kenne die kleinen Pfännchen aus der Zeit,
wo die Kinder klein waren.
Es wird immer in den kleinen Pfännchen gekocht.
Jedes Gericht.
Dort oben sind die klassischen Tabas-Schalen,
die sicher jeder aus seinem Spanien-Urlaub kennt.
Maik checkt genau ab, was Silke auf der Pfanne hat.
Ich will einfach wissen,
ist das A der Portionsgröße gleich geschuldet?
Das kann man alles vorbereitet haben,
gegart hier hineingeben und z.B. in ein Backrohr geben.
Richtig.
Aber das hat einen anderen Grund.
Wie du richtig sagst.
Ich könnte mich morgens hinstellen, einen großen Zubau
und abends nur schöpfen.
Alleine in meiner Küche stehen.
Nein, unser Grator ist tatsächlich frische Küche.
Dann bereiten wir unsere Paella.
Tomatenhase.
Die geben auch den Ton an in Silkes Paella-Kreation.
Außerdem Huhn und Chorizo.
Ich sehe, bei dir kommt Hähnchenbrust mit rein.
Ja, richtig.
Paella ist ein Traditionsgericht aus Spanien.
Absolut richtig.
Mit Fisch, Meeresfrüchten und allem, was dazugehört.
Der Klassiker, wie man ihn kennt.
Tatsächlich ist das aber hier an Dägerloch geschuldet.
Wir hatten das am Anfang und es wollte tatsächlich keiner haben.
Das ist ja auch legitim.
Viele Gerichte sind bei uns nicht so, wie man sie in Spanien isst.
In Portugal, in Vietnam, wie in Thailand.
Das ist dann immer ein bisschen abgeändert.
Hauptsache, es überzeugt den strengen Punkterichter.
Wollen wir das Ding mal anmachen?
Ja, machen wir an.
Aber das Wichtigste, die Kräuter.
Weil unsere Küche unterscheidet sich von anderen,
weil wir extrem würzen.
Also weiter schnibbeln.
Der Zuschauer kann es leider nicht riechen.
Ich könnte es jetzt schon so essen.
Gib mal eins her.
Salbei.
Mach weiter.
Wenn es im Restaurant so richtig brummt,
gönnt sich Silke Unterstützung durch Aushilfen.
Und jetzt ein ganz besonderes Ude-Toilette.
Das Wichtigste, unser Parfüm.
Ein bisschen Knoblauchöl.
Wenig, aber muss.
Und natürlich Salz.
Ganz wichtig, mein Highlight.
Pfeffer.
Pfeffer muss an jedes Essen.
Noch etwas Brühe dazu.
Maik vermisst aber eine besonders typische Paella-Zutat.
Wie ist denn das jetzt?
Safran, kommt bei dir auch Safran noch dazu?
Kurkuma.
Safran sollte eigentlich dabei sein.
Ein bisschen Rosmarin, 2 Klicken nach oben drauf.
Zu diesen kleinen Eckdaten, finde ich.
Die muss es dann trotzdem beibehalten.
Aus Valencia ist so das Originale.
Hier ist a la carte.
Es können nicht solche Pfannen serviert werden.
Dementsprechend ist das eine Abwandlung.
Deswegen ist dein Reis auch schon etwas vorgekocht.
Tatsächlich.
Das dauert ja, bis das mal durch ist.
Damit du a la carte arbeiten kannst.
Richtig.
Gut, ich bin happy.
In der Tomatensauce kann es sich der vorgegarte Paella-Reis
schön gemütlich machen.
Gewürze wie Kurkuma, auch Gelbwurz genannt,
geben den letzten Pfiff.
Und dann fehlt noch was.
Im Grunde genommen sind nur noch kleine finale Züge hier zu machen.
So sehe ich das.
Ich gehe an die Bar zum Tom.
Sehr schön.
Schau mal, was es an spanischen Weinen gibt.
Lass dich verwöhnen.
Silkes Stammkunden stehen auf ihre Pincho-Paella-Variante.
Läuft es heute auch so rund?
Ich bin zufrieden mit dem Essen, weil ich der Überzeugung bin,
dass ich es genauso gekocht habe, wie ich es sonst auch koche.
Mit der gleichen Hingabe.
Das müsste eigentlich passen.
Es ist einfach nicht in diesem Fendtchen.
Das fände ich fast ein bisschen uriger.
Wenn dieses Fendtchen auf so einem Holzding vorbereitet ist.
Jetzt ist es richtig fein.
So ein Tellerchen, so ein Pasta-Teller.
Auch gut.
So viel zum mitessenden Auge.
Jetzt sind die Geschmacksnerven gefragt.
Ich kann sofort was am Anfang sagen.
Es ist fruchtig durch diese frische Paprika.
Es hat eine schöne Fruchtigkeit.
Soll so sein.
Probieren wir weiter.
Meiks Punkte entscheiden am Ende noch einmal alles.
Umso wichtiger ist sein Urteil.
Das ist ein Kompromiss.
Ein guter Kompromiss übrigens.
Schmeckt auch gut.
Super, danke schön.
Aber das ist nicht die Paella, wie ich sie kenne.
Die Paella ist oben ein bisschen trockener.
Für mich der klassische Safran.
Ich finde, der Safran schmeckt toll.
Das hat eine eigene Note.
Kurkuma, die Gelbwurz, schmeckt nicht so,
dass du sagst, die schmecke ich groß raus.
Auch wenn ihr sagt, wir sind nicht klassisch Spanisch.
Du darfst nie vergessen,
dass die Verwirrung, wenn man das liest,
immer wieder auf den Gast zu kommen.
Das werdet ihr schon kennen.
Das kenn ich sehr.
Mit dem seid ihr konfrontiert.
Wir sind nicht im Original, aber ihr habt mir das erklärt.
Bei mir ist es angekommen.
Super.
Dann erst mal ein Getränkeapplaus für Silke.
Alles Gute für nachher.
Freut mich, dass er es erkannt hat,
dass wir es auf deutsche Verhältnisse
etwas umgewandelt haben für den deutschen Geschmack.
Jetzt mal unter uns, Mike.
Wie war es?
Meine Paella war lecker.
Sie war aber keine Paella.
Genau so, wenn er auf den Laden zugeht und das Wort Pincho liest,
geht er davon aus, dass es Spanisch ist.
Das wird kommen.
Sie müssen es erklären.
Einfach wird es nicht, aber Sie passen super in die Welt.