Im Restaurant "Die Jungen Wilden Oldenburger" scheint die Vorspeise dem Restaurantnamen alle Ehre zu erweisen. Doch wie geht es weiter? Können auch die übrigen Gänge die Konkurrenz überzeugen oder zieht sich nach dem anfänglichen Fauxpas die Kritik durch?
„Mein Lokal, Dein Lokal“ stellt fünf sympathische Restaurantbesitzer mit ihren Lokalitäten vor und lässt diese gegeneinander antreten - aber nicht auf dem normalen Weg. Die Restaurantbesitzer lassen sich als Gast in vier weiteren Restaurants verwöhnen und nehmen die anderen Betriebe unter die Lupe. Im Gegenzug müssten Sie natürlich auch die anderen Teilnehmer für einen Besuch in Ihren Betrieb einchecken und Ihr Essen und Restaurant testen lassen. Wo der normale Gast in einem Restaurant vielleicht nur auf den vollen Teller achtet, wissen die Profis genau, worauf es ankommt: Geschmack, Service, Atmosphäre, Sauberkeit, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und natürlich das Gesamtkonzept. Außerdem ist der Profikoch Mike Süsser mit an Bord und gibt seine Bewertung ab.
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Ich hab eure Vorspeisen hier, ihr habt das vegetarische Pakora.
Damit, glaube ich, darf ich dich beglücken.
Steffen bekommt das indische Pakora, also frittierte Gemüsebällchen.
Auf Simons Teller präsentiert sich der Thunfisch im Sesamkleid
mit Mango-Ananas-Chutney.
Wiebke hat sich das Tomaten-Gurken-Carpaccio bestellt.
Auf Engin wartet die kleine Portion Rahm-Tagliatelle
mit gut gereiften Dry-Aged-Roast-Beef-Medallions.
Die Vorspeise ist jung und wild.
Auf jeden Fall nicht klassisch abgeändert.
Anders, als es gewöhnlich serviert wird.
Und wie schmeckt das Ganze?
Wiebke, du hast so geschwärmt, dann mach doch mal den Anfang.
Ich würde sagen, die Himbeer-Bonbon-Vinaigrette ist Bombe.
Ist sehr fruchtig, man schmeckt Himbeeren.
Dieses Bonbon ist wirklich ein Bonbon.
Ich weiß nicht genau, was es war, ein Himbeereis,
geschmolzen, als Vinaigrette verarbeitet.
Auf jeden Fall sehr fruchtig, sehr schön.
Das Carpaccio, die Tomaten und auch die Gurken sind sehr dünn geschnitten.
Das finde ich sehr schön.
Ich hätte mir ein etwas intensiveres Öl gewünscht.
Die Kräuterkruste ist leider nicht meins.
Sehr dominante Gewürze, Koriander, ist sehr im Vordergrund.
Hat den Büffelmozzarella leider ein bisschen übertüncht.
Das war mir zu viel. Ansonsten gelungen.
Kommen wir zum Thunfisch.
Simon sorgt jetzt für Klarheit.
Ist er nun frisch oder nicht?
Er ist auf jeden Fall vom Garpunkt her so in Ordnung.
Der ist getroffen, definitiv.
Mein Eindruck vom Thunfisch, ich glaube nicht, dass er nicht frisch ist.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass er frisch ist.
Geschmack, schmeckt natürlich nach Thunfisch.
Aber ich habe eine leicht säuerliche Note.
Ich weiß nicht, ob das so soll oder ob das gewollt ist.
Ich weiß nicht, wo die herkommt, das ist schwierig zu sagen.
Simon vertraut der Küche und isst weiter.
Ein Fehler?
Wenn das jetzt nicht gut geht, dann sollten wir mal einen Astrum.
Das mache ich jetzt ein bisschen, also ein bisschen so Zitronensaft dazu.
Das Chutney, das mit Chili verfeinert.
Bringt dem Ganzen ein bisschen Pepp, eine schöne Schärfe, sehr angenehm.
Das war so eine schöne Komposition.
Das halte ich auch.
Ich war begeistert.
Ich habe bestellt die indische Pakora, gemacht wie einen Rösti.
Von der Optik war es 1a, hat mir sehr gut gefallen.
Ich habe ein ganz kleines Problem, dass es sehr trocken ist.
Also es ist im Kern wirklich trocken.
In Verbindung mit dem Chutney schmeckt es sehr gut.
Wenn man das in Verbindung hat, ist es sehr gut.
Wenn man es einzeln isst, könnte ein bisschen mehr Pepp haben.
Also das Feuchte fehlt, aber geschmacklich ist es sehr gut.
Fehlt noch die Kritik von Engin.
Der hatte schon im Vorfeld einiges auszusetzen.
Macht dir das Angst, Arnob?
Die Muffe geht mir nicht, wenn da wieder konstruktive Kritik kommen,
so wie wir sie gestern auch geäußert haben.
Ob wir jeden Ratschlag gleich in die Tat umsetzen,
das werden wir dann selber sehen.
Dann sehen wir doch mal,
was Engin an seiner Vorspeise auszusetzen hat.
Ja, mein lieber Arno.
Hi, Engin.
Alles klar?
Ich habe so ein bisschen die Jus vermisst in dem Essen.
Bei der Karotte-Dekoration ist klar, weiß ich.
Aber vielleicht eine essbare Dekoration.
Hier würde man jetzt lange drauf kauen.
Das wäre jetzt so mein Argument, wenn man den vielleicht...
Könnt ihr meine Glatze sehen?
Man findet Haare, aber auch nur, wenn du ganz genau hinschaust.
Das ist klein frisch, Engin.
Weiß ich, das glaube ich dir.
Probiere doch mal, das ist essbar.
Hier bekommt der Gast das Essen sogar vorgekaut.
Ob das gut ankommt?
Beim Fleisch bin ich so ein bisschen skeptisch,
ob das wirklich Dry-Age-Fleisch ist.
Es gibt Klärungsbedarf.
Engin, woran erkennt man Dry-Age-Beef?
Beim Dry-Age-Beef kenne ich das,
dass das Fleisch kein Wasser mehr verliert.
Dass die Masern wie ein Schinken zusammengewachsen sind.
Dry-Age-Beef muss über mehrere Wochen trocken lagern.
Mittlerweile bezweifle ich doch seine Kompetenz,
wo ich gestern keinerlei Zweifel dran hatte.
Er hat den Fisch angezweifelt.
Er zweifelt das Dry-Age an.
Ich kenne Dry-Age-Beef sehr gut.
Ich mache selber Dry-Age-Beef.
Kann man sich drüber streiten.
Lecker ist es, aber vom Dry-Age her bin ich so ein bisschen...
Dass ich sage, ob das wirklich Dry-Age ist.
Handwerklich sieht man das, das ist ein Dry-Age, ganz klar.
Wir können wieder die Einkaufsliste rausholen.
Das ist ein kurzgereiftes,
verschiedene Reifeprozesse und Reifestufen.
Hierbei handelt es sich um ein Kurzgereiftes.
Wir sprechen hier nicht von 4 Wochen Reifung,
sondern im Maximalfall 2 Wochen, gehe ich mal von aus,
wird es maximal gereift.
Arno sagte, dass das Fleisch eine Woche oder 2 Wochen
gedry-aged wurde, das geht nicht.
Fleisch muss 4 Wochen reifen, mindestens.
Einig werden sich die beiden heute wohl nicht mehr.
Der Engel wird einen bestimmten Punktabzug geben.
Wird aus seiner Sicht langsam Zeit.
2 Haare gefunden in der Suppe oder 2 auf dem Kopf, wie auch immer.
Ich glaube, wir werden das trotzdem überleben.
Dieser eine Punkt weniger, den wir jetzt wahrscheinlich von ihm kriegen,
das überleben wir, und das wird uns in unserem Stolz nicht kränken.
Bleibt noch anzumerken, dass natürlich jedes Stück Fleisch
reifen muss, aber Dry-Aging braucht 60% Luftfeuchtigkeit
und dauert mindestens 3 Wochen, sagt die Fachwelt.
Hallo.
Du zauberst uns heute was.
Ja.
Was kochen wir?
Asiahorn heute.
Asiahorn?
Das ist das, was ich bestellt hab.
Haben Sie das bestellt, super.
Dann machen wir, wie das geht, sehen, ne?
Ja, ich schau mir das an.
Alles klar.
Na dann mal los.
So, fangen wir an mit ein bisschen Öl.
Legen wir die Hähnchen rein.
So ungefähr 130 g.
Das Hähnchen ist gewürzt oder eingelegt vorher?
Noch nicht, noch gar nicht.
Hat er das im Eifer des Gefechts vergessen?
Warum würzt du das erst später?
Weil ich will das Hähnchen ganz saftig bleiben.
Dann kommen die Erdnusssoße da rein als Asiasoße.
Der Geschmack, der bleibt da mit da drin.
Showkochen kann er auch.
So, flambiert.
Ein bisschen, ja.
Jetzt das Gemüse.
Jimmy hat seine ganz spezielle Mischung.
Paprika und Zucchini.
Die tanzen sehr gut zusammen, ne?
Und diese Gemüsesachen sind alle roh, nicht vorplantiert.
Und das bleibt immer noch schön al dente, schenkt nackig.
Und immer noch mit der Soße.
Das ist sehr wichtig, ne?
Ja.
Die anderen Speisen brauchen noch.
Wiebke und Engin hören sich währenddessen
mal bei den Gästen ein bisschen um.
Deswegen seid ihr hier, seid ihr Stammgäste?
Ist das hier wirklich ne wilde Küche?
Ja, definitiv, oder?
Wir kommen öfter hierher.
Ich mag die Einrichtung, es ist alles modern, es ist jung.
Es ist in Oldenburg und wild, ja, natürlich.
Ja, alles super.
Die Küche schmeckt natürlich fantastisch.
Insgesamt ein absolut positives Feedback der Gäste.
Arnob ist der junge Wilde auf jeden Fall.
Der Laden fällt und steht mit Arnob.
Aber Arnob kann man nicht essen.
Und in einem Lokal geht es nun mal in 1. Linie
um die Qualität der Speisen.
Und genau da hat der Engin ja heute
bereits mehrmals Kritik anklingen lassen.
Auf jeden Fall macht mir das Sorge, wenn ich die Soßen so gelagert sehe.
Das gehört sich nicht, das ist für eine Gastronomie,
auch für die jungen Wilden ist das nicht gut.
Koch Jimmy löffelt die fragliche Soße trotzdem ins Essen.
Und keiner meckert.
Es gibt Erdnuss dazu, ein bisschen Zitronen rein.
Ein bisschen Gemüsebrot.
Und das ist gekocht ganz langsam mit Erdnuss.
Und dann kommt die Kokomilch dran.
Wir haben Gemüsebrühe, wir haben Zitrone, Erdnuss.
Und Sojasoße.
Und Sojasoße, okay.
Die Erdnusssoße ist fertig, die dann mit reinkommt?
Nein, ich fange an mit Erdnusssoße, das kommt als Butter.
Erdnussbutter, okay.
Und dann wir arbeiten das mit Kokosmilch und der Zitrone
und der Sojasoße.
Wird das gesteckt?
Und das Gemüse.
Okay.
Die Gemüsebrühe machst du selber?
Siehst du aus Gemüse?
Weil ich jeden Tag, ich schäle Karotten, ein bisschen Zwiebel.
Ein bisschen was vom Rest, muss nicht wegschmeißen.
Kann man schön im Rohr machen.
Super.
Jimmy hat seinen Stolz und stellt in der Küche alles selber her.
Entsprechend positiv fällt auch Steffens Bericht
bei seinen Mitstreitern aus.
Ich erwarte junge, wilde Küche.
Wobei ich dazu sagen muss, ich hab mit dem Koch gesprochen,
so jung und wild ist er dann doch nicht mehr.
Wild, okay, das will ich ihm zugestehen.
Das will ich ihm zugestehen.
Wild wäre ja schon die ungewöhnliche Kombination der Zutaten.
Das ist typisch für die Fusionsküche.
Vielleicht auf diesem Teller Steffens asiatisches Hähnchencurry
in Erdnuss-Kokossoße.
Oder Simons kurzgebratener Fisch nach Tagesangebot auf Sepia-Risotto.
Vielleicht aber auch Wiebkes vegan Falafel-Burger mit Pommes frites.
Oder Engins wilde Harmonie von Surf & Turf mit Fleisch,
aber ohne Thunfisch, denn das hatte er sich explizit verbeten.
Guten Appetit.
Aber was stochert Simon so auf seinem Teller rum?
Bei der Bestellung war noch alles schön.
Im 2. Gang dann den kurzgebratenen Fisch nach Tagesangebot.
Was hast du heute?
Wir haben Seezunger bekommen.
Ganz frisch auf Eis geliefert auch heute.
Und schon wieder Probleme mit dem Fisch.
Ich bin beim Fisch nicht ganz sicher, ist das Seezunger?
Ich glaube, dass es keine Seezunge, sondern Seeteufel ist.
Seezunge ist ein Plattfisch.
Der wäre automatisch dünner, aber auch vom Geschmack.
Das ist ein filetierter Seeteufel-Loin.
Ich hab einen kräftigen, intensiven Geschmack,
was ich von einer Seezunge so nicht kenne.
Seezunge ist ein Plattfisch, das ist ein ganz lieber Fisch.
Der schwimmt ganz chillig durchs Wasser, schmeckt sehr lecker.
Wobei der Seeteufel auch eine Delikatesse ist.
Der schwimmt aber nicht nur durchs Wasser,
sondern der sieht richtig böse aus.
Der ist richtig fies und schnappt sich alles, was er kriegen kann.
Es braucht sich nur ein bisschen was bewegen.
Hier unten so Zähne, oben so Zähne, im Hals Zähne.
Klingt gefährlich, muss sich Simon Sorgen machen.
Aber ist sehr lecker, ne?
Die Drecksau.
Dazu gibt es ein Sepia-Risotto.
Sepia nicht der Tintenfisch selber, sondern nur die Tinte vom Tintenfisch.
Die kommen wir dann auf die schöne Farbe.
Sehr schönes Gericht.
Der Fisch ist super abgeschmeckt, gut gebraten.
Das Einzige, was es ist, ist keine Seezunge,
sondern, wie du gesagt hast, eher Seeteufel.
Wenn das jetzt wieder bei einem anderen Gast,
bei einem normalen Gast, der jeden Tag ein- und ausgeht, passiert,
kann das schon wieder ein bisschen problematisch sein.
Weil ich habe eine Ware bestellt und bekomme eine andere.
Hat sich der Fehlerteufel auch noch auf anderen Tellern eingeschlichen?
Steffen, wie ist es bei dir?
Also, ich habe einen Reis, der meiner Meinung nach auf den Punkt gut ist.
Mein Gemüse ist bissfest, so, wie ich mir das erwarte.
Das Fleisch ist wunderbar im Geschmack.
Hier ist eine Schärfe getroffen, wie ich mir das einfach vorstelle,
wie ich es erwartet hatte.
Ich bin begeistert.
Ich würde mir das immer wieder bestellen.
Ich habe mir zum Hauptgang einen veganen Burger bestellt,
einen Falafel-Burger.
Sprich, der Patty ist aus Falafel, sprich Kichererbsen.
Er ist wirklich gut zum Patty geformt.
Hervorragend gewürzt, man schmeckt die Kichererbsen raus.
Er ist nicht trocken,
was gerne beim Falafel-Burger oder Bällchen passieren kann.
Das Brötchen, es ist fluffig, es ist weich.
Es ist nicht trocken, dadurch, dass es in Soße getränkt ist.
Das finde ich sehr positiv für einen Burger.
Die Secret-Soße, vermute ich, schmeckt wie eine Art Mayonnaise.
Da sie aber ja vegan ist,
muss sie auf einer Sojamilch- oder Kokosmilchbasis sein.
Auf jeden Fall sehr gelungen.
Ich habe einen Riesenturm, wirklich einen Riesenmonster von Burger.
Ich hatte Schwierigkeiten, es zu schneiden.
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe,
ich hätte gerne ein Steakmesser.
Weil beim Schneiden fällt der komplett auseinander,
was es ein wenig erschwert, alles auf einem Happen zu genießen.
Steakmesser zum Burger?
Für Arnob bestimmt wieder nur ein Haar in der Suppe.
Ihr Lieben, hat es euch gefallen?
Ich muss sagen, ich habe noch nie so eine verrückte Seezunge gegessen.
War das eine besondere?
Nein, war es nicht.
Was hatten wir denn da?
Ein Seeteufel.
Okay.
Ja, habe ich mich vertan.
Einfach nur mit Versprecher anfangen, sagst du?
Ja, auch ich bin so ein bisschen aufgeregt.
Wir haben hier keinen Seeteufel.
Da geht es schon wieder los, haben wir Seezunge, haben wir Seeteufel.
Wir haben hier einen Seeteufelschwanz heute Abend gehabt
und keine Seezunge.
Das ist ein ganz großer Unterschied letztendlich.
Fisch ist Fisch, aber nicht jeder Fisch ist Fisch.
Und schon wieder reden wir über Fisch.
Da fühlt sich Engin wohl wie ein Fisch im Wasser.
Mein Lieber Arnob, mein Steak, muss ich sagen, perfekt.
Besser hätte ich es auch nicht hingekriegt.
Sehr gut abgeschmeckt, Garstufe Bombe.
Die Garnelen finde ich auf dem Punkt auch super.
Die waren schön glasig.
Du sagst ja eine Seezunge, ich glaube, du meinst Seeteufel.
Genau, der Aufreger des Abends heute, der Arnob hat sich versprochen.
Arnob ist ein wenig ungehalten.
Das Genörgel von Engin geht ihm an die Nieren.
Ich für meine Verhältnisse hätte den genauso glasig besser gefunden
wie die Garnele, genauso wie sie war.
Der Simon fand es geil vom Garpunkt her und es war perfekt.
So habe ich das in meinem Hinterkopf gespeichert.
Beim Engin war es das Gegenteil.
Das Dumme an der Geschichte ist, das Ding kommt aus einer Pfanne,
wurde gleichzeitig zubereitet.
Die Soße waren mir ein bisschen zu viel.
Du hast es gut gemeint. Vielen Dank.
Nächstes Mal würde ich mir das weniger wünschen.
Aber das ist in Ordnung.
Ich würde mir das Gericht immer wieder bestellen.
Mit der Soße machen wir deutlich weniger.
Vorhin habe ich deine Kritik so aufgenommen,
du hättest dir mehr davon gewünscht.
Jetzt habe ich es wieder zu sehr übertrieben.
Ich glaube, wir beide finden den Mittelweg raus.
Auf jeden Fall.
Ich glaube, dass der Extra-Schwung Soße bei deinem Hauptgericht
so ein kleiner Wink war.
Meinst du?
Ich fand es lustig, aber es war natürlich zu viel.
Dann hätte ich mir auch einen Suppenlöffel servieren können.
Oder die Soße apart stellen können.
Ich hätte mir das Kartoffelpüree lieber apart gewünscht,
also extra gereicht, oder an der Seite des Tellers.
Dann hätte ich es besser rausschmecken können.
Aber das ist doch eine ganz konstruktive Kritik, oder?
Nein.
Das Kartoffelpüree werden wir auch in Zukunft nicht beiseite servieren.
Was ich schade fand an dem Teller,
ist wirklich, dass Essen übereinander gestapelt wird.
Ich möchte mich durch ein Essen durchessen.
Und zwar von vorne nach hinten und nicht von oben nach unten.
Wenn ich mich von oben nach unten durchesse,
schmeckt mein Püree nach meinem Fleisch
und mein Gemüse nach der Soße.
Alles schmeckt irgendwie gleich.
Auch andere haben Kritik,
aber Arnob hat sich ganz auf Engin eingeschossen.
Ich glaube mittlerweile, das ist so seine Art von Liebe.
Der mag das.
Der tut das nur, um mir was Gutes zu tun.
Ich nenne das mittlerweile gar nicht mehr böse, so wie anfänglich.
Ich schrein nicht rum hier.
Ich hab auch nichts meins, ich kann das nicht leiden.
Setz dich hier hin.
Nee, ich setz mich da hin, wenn ich das will und du mir das sagst.
Nee, hab ich nicht.
Warum mischst du dich da ein?
Warum?
Weil das nicht passt mit dem, was du am Tisch gesagt hast.
Ist das dein O-Ton?
Schreib mir nicht an, ich sag dir das im letzten Mal, okay?
Uh, da kommt was auf uns zu.
Engin tut das Richtige.
Er stattet dem tiefenentspannten Jimmy einen Besuch ab.
Machst du gerade unser schönes Dessert für dich?
Ja, das ist Frottier des Dreierlei.
Ich hab schon angefangen mit dem Schokokuchen.
Ja, super.
Heiß vom Außen, heiß vom Drinnen, aber flüssig, kalt dazu.
Wie ist denn das Rezept?
Das ist bestimmt ein Geheimnis von dir, oder?
Also 7 Eier.
Okay.
Am 50° gerührt.
Okay.
Mit 150 g Zucker und dann richtig Kakao und Chocolat noir.
Ja.
100%.
Sehr gut.
Und Butter.
Damit der Kern flüssig bleibt, kommt es auf die richtige Kombi
von Temperatur und Backzeit an.
Bei wie viel Grad backst du das gleich im Ofen?
210°.
Und für wie viele Minuten?
Also 3 Minuten.
Jimmy ist geil, man.
Ohne Scheiß, der Backer, der ist einfach nur geil.
Jimmy ist geil.
Am Ende hat Engin doch noch was gefunden,
was ihn an Arnobs Restaurant begeistert.
Der Koch.
Also ich hab hier 3 verschiedene Soßen.
Das ist Heimbeer, das ist Erdbeersoße und das ist Mango.
Ja, sehr schön.
Machst du die selber?
Ja, also mit jeder Ankaufe, ich bestelle ein bisschen Obst.
Und ich brauch das nicht wegschmeißen,
ich kann ein bisschen verarbeiten mit Zucker und so.
Ein bisschen Wasser und dann kriegst du das Sirup.
Jimmy macht wahnsinnig viel selbst,
aber viel Aufhebens darum macht er nicht.
Ich hab das selber gemacht, das ist getrocknetes Orange.
Erstmal im Zuckersirup gelegt, nass gemacht.
Und hier unter die trockene, hier unter die heiße, so trocken gemacht.
Die kann man auch so mitessen, ne?
Ja, kann sie bitte.
Selbst die Trockenfrüchte sind aus eigener Herstellung.
Oh.
Ja.
Das ist geil.
Ja, die geht in den Mund überall.
Ich bin durchgedreht, muss ich echt sagen.
Mein Gaumen hat richtig gekitzelt.
Eine einfache Sache, aber so was von geil.
Also, so was von geil.
Ich bin begeistert, das ist so geil.
Das ist affengeil.
Und außerdem gesund.
Getrocknete Früchte haben genauso viel Vitamine und Mineralstoffe wie frische.
Mal gucken, ist getan von außen, aber immer noch Lustigkeit.
Und das ist mein Punkt.
In der Küche könnte die Stimmung besser nicht sein.
Das ist doch bestimmt ein gutes Omen für den Nachtisch,
den Arnob und seine Frau Miriam jetzt auftragen.
Steffen und Engin bekommen das Dreierlei von der Schokolade mit
Mousse, Parfait und lauwarmen Küchlein.
Simon hat die Kokos-Topkapi-Creme bestellt
und auf Wiebke wartet das Zitronen- und Mangosorbet
auf ihren speziellen Wunsch mit Ananas.
Fragen wir sie doch gleich mal, was es damit auf sich hat.
Mein Dessert, Zitronen-Mangosorbet, super fruchtig,
auf den Punkt Zitrone pur.
Das Mangosorbet exakt genau das gleiche,
intensiv im Mangogeschmack.
Da ich keinen Apfel vertrage,
habe ich eine Ananasscheibe an Beil bekommen.
Die ist nicht frisch, aber das macht auch in dem Sinne gar nichts.
Es harmoniert trotz alledem gut mit dem Mango und der Zitrone.
Ein ganz toller Abschluss nach einem ordentlichen Essen,
wenn man keine Schokolade mehr kann.
Der Geschmack von jeder einzelnen Soße, der hat mich umgehauen.
So ein bisschen Waldfrucht Cassis rausgeschmeckt,
ein bisschen Mango mit rausgeschmeckt.
Das passt extrem gut zu diesem Parfait.
Das Parfait ist aus Vanille, weißer Schokolade und Wasabi gemacht.
Eine extrem leckere Kombination.
Ich bin wirklich sehr begeistert von dem Dessert.
Und das Mousse, muss ich mal sagen, guckt euch das mal an, bitte.
Bombe, guckt mal hier.
Das ist ein Mousse.
Meint er jetzt den bombigen Geschmack oder die Kalorienbombe?
Der Geschmack ist super.
Es war nicht wild, wie sich das lokal schimpft.
Es war hochklassig.
Aber ich denke, auf meinem Teller hätte eine französische Küche
aus diesem Dessert 3 gemacht.
Es hätte die Mousse gereicht mit den Soßen und den Früchten.
Das Schokoküchle mit den Soßen und den Früchten.
Und die weiße Mousse mit dem Wasabi war auch ein Dessert für sich
mit Früchten und Spiegel.
Ich habe 3 Desserts vereint gehabt.
Ich würde es immer wieder bestellen.
Wahrscheinlich 2-mal, einmal als Vorspeise, einmal als Dessert.
Und den Hauptgang lässt er dann zur Sicherheit lieber aus.
Simon, wie schmeckt dir dein Dessert mit Mango und frischen Früchten?
Es war von der Konsistenz her schön fest.
Dazu gab es den Mangospiegel.
Der war garantiert aus frischem Mango gemacht.
Geschmacklich hätte ich mir einen kleinen Ticken mehr Kokos gewünscht.
Aber nur einen Ticken.
Deshalb lassen wir das unter den Tisch fallen
und schreiten zur Rechnung.
Die schiebt Arnob seinem Nörgelgast Engin hin.
Hoffentlich war das klug.
221,90 Euro.
145 Euro nur fürs Essen?
Das ist in Ordnung.
Für 4 Personen bei der Qualität völlig in Ordnung.
Komplett gerechtfertigt.
Dann macht euch mal in Ruhe Gedanken zu euren Punkten.
Und wir fragen in der Zwischenzeit Arnob, wie es ihm geht.
Ich bin fertig.
Es hat von vielen Seiten geschallert.
Der Engin hat sie nicht zurückgehalten.
Wir haben hin und her gefeitelt, wenn du so willst, um den Tugfisch.
Das wuhnt mich immer noch ein bisschen.
Aber komm, Klappe zu.
Wir haben es gekillt.
Ich gebe dem Arnob für den heutigen Abend 9 Punkte.
Wiebke legt gut vor und die anderen beiden ziehen nach.
Das sieht nach einem Durchmarsch für Arnob aus.
Aber dann kommt Engin.
Arnob hat insgesamt nur 2 Punkte mehr als Engin.
Da geht noch was.
Ergreift Steffen morgen seine Chance?
Zumindest hat er die richtige Einstellung.
Das ist ein Spiel, und Spiele muss man gewinnen.
Doch dann wird aus dem Spiel bitterer Ernst.
Ich bin mir sicher, dass das Seitan ist.
Das ist Tofu.
Wenn das Seitan wäre, hätte er Seitan drauf geschrieben.
Ich habe keinen Bock, mich zu lassen von der.