Erlebe Momente der Ruhe und Gelassenheit mit diesem wunderbaren Hörbuch Märchen - deine Einschlafhilfe!
Finde am Abend mit dieser Hörbuch-Erzählung die perfekte Auszeit und lasse dich von den hübschen Geschichte beruhigen - genieße Momente der Ruhe und Entspannung vor dem Einschlafen!
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[Musik]
zuhören in Großmutters
flickenkasten von
ure nach langer Zeit war Großmutters
flickenkasten wieder einmal geöffnet
worden und ein großes Stück Pelz war
hineingewandert der neue Ankömmling ein
dicker Herr machte sich ziemlich breit
in dem engen Kasten
au rief ein Stückchen Spitze mit zarter
Stimme sie treten mir ja auf den
Fuß sehen Sie sich doch gefälligst etwas
vor rief die weiße Leinwand welche die
Spitze bemutterte
ärgerlich jeder ist sich selbst der
Nächste brummte der Pelzen seinen
Bart sie sind aber wirklich ein recht
ungeschlachter Geselle und haben nicht
viel Manieren meinte das lila Seidenband
eine alte Jungfer ziemlich
spitz und was für ein Parfüm gebrauchen
sie nur rief das großgeblümte
buntflicken das wunderschön nach
lavendelroch sich die Nase zuhaltend
Hai machte der rote Flanell der
Überreste eines alten Unterrocks wie
kann man sich nur so einkampfern
hatchi und hatchi hatchi machten auch
all die anderen Bewohner des
flickenkastens wenn sie sich etwas mehr
eingekampfert hätten sagte der
pelzspöttisch zu dem roten Flanell dann
würden Sie heute ein gut Teil hübscher
aussehen nicht abgetragen und von Motten
zerfressen
Kinder sagte die alte
schlafrocktroddel die sich mit allen
duzte begütigend Kinder zankt euch doch
nicht schon wieder man soll doch Frieden
halten mit seinem Nachbar meine Frau hat
recht sprach der türkische Schlafrock zu
dem die Troddel gehörte der Pelz soll
uns lieber erzählen wie unsere Herren
jetzt ausschaut es ist schon viele Jahre
her dass ich sie nicht mehr
gesehen das will ich wohl glauben meinte
der Pelz seit Jahren ist die alte Frau
gelämt und sitzt beständig in ihrem
Lehnstuhl oh
oh sagten die Flicken traurig und der
weiche Kaschmir weinte so große Tränen
dass er ganz fleckig wurde und wie sieht
sie aus fragte der türkische Schlafrock
wieder hat sie noch ihre schönen braunen
Locken braune locken lachte der Pelz
dass der ganze Kasten dröhnte und hielt
sich seinen dicken Bauch braune locken
die hat Großmutter wohl vor 50 Jahren
gehabt jetzt hat sie einen schneeweißen
Scheitel und mit der welken Hand
streicht sie jetzt über die braunen
Locken ihres
urenkelkindes
Urenkel hat sie auch schon sagte da eine
alte zitrige Stimme verwundert aus der
Tiefe des
flickenkastens es war ein ganz ergrautes
Stückchen
Mull na und ob sprach der Pelz stolz
dass er so gut Bescheid wusste neun
Enkelkinder hat sie und drei
Urenkelchen freilich freilich nickte der
Mull vor sich hin wir sind beide alt und
grau geworden auch ich bin vergebt und
zerknittert ja damals als wir noch jung
waren das war eine selige
Zeit erzählen sie ach bitte erzählen sie
riefen die Flicken alle alte Geschichten
hören wir gar zu gern und der Mull
begann 60 Jahre ist es nun bald her da
war ich so jung und schön wie meine
Herren die mich von allen ihren Kleidern
am liebsten trug eine schneeweiße Haut
hatte ich gerade so wie sie und so zart
und duftig waren wir beide dass jeder
Mann uns
nachblickte am längsten schaute uns aber
immer der Junge Gutsbesitzer aus der
Nachbarschaft an ganz aufgeregt war ich
wenn er kam und mein Herz pochte gerade
so laut wie das meiner Besitzerin nur so
zu erröten verstand ich nicht ich blieb
immer ganz bleich und eines Tages
machten wir beide eine landparye meine
junge Herren und ich wir hatten uns
heute ganz besonders schön gemacht ich
hatte lauter hellblaue Schleifchen
angesteckt und das junge Mädchen hatte
ganz dieselben durch ihre braunen Locken
geschlungen der Junge Gutsbesitzer war
auch bei dem Ausfluge und wie es kam das
weiß ich heute nicht mehr aber mit einem
Male hatte der junge Mann uns beide im
Arm meine Herren küsste er und mich
zerdrückte er ganz und gar und da war
meine junge herrenbraut ja das war eine
selige Zeit
ein verträumtes Lächeln spielte um die
Lippen des alten
muls und dann kam ein Tag rief da eine
Stimme aus der anderen Ecke des
flickenkastens es war eine alte weiße
atlasschleppe ein Tag an dem die junge
Braut mich fromm und andächtig trug ich
schmückte sie an ihrem
Hochzeitstage der weiße Atlas bläte sich
so stolz auf dass er laut
knäerte oh war das eine herrliche
Hochzeit fuhr die atlasschleppe fort ich
wurde nur mit weißen glasseehhandschuhen
angefasst kein Mensch wagte es auf mir
herumzut trampeln und als wir durch die
Kirche gingen trugen mich schön
gekleidete Kinder und über Rosen und
mürten schritten wir zum Altar empor
schade dass die weiße brautalie mit der
ich verschwägert bin nicht mehr lebt die
könnte ihnen sonst erzählen wie schön
der Prediger gesprochen wie die Tränen
des Glückes aus den Augen der jungen
Braut auf sie her niedergerieselt und
wie andächtig sie das junge Herz hat
schlagen hören ich habe für solch
rührselige Sachen wenig Gedächtnis ich
bin mehr fürs reelle an das auserlesene
hochzeitsmal im funkelnden Kerzenglanz
denke ich gern zurück ich bekam auch
etwas davon zu kosten man begoss mich
mit Champagner ach wie süß schmeckte der
oh das war eine prächtige
Hochzeit die atlasschleppe schnalzte mit
der Zunge und verstummte in Erinnerung
an den herrlichen Wein da nahm ein
winziges Pumphöschen das Wort ja schauen
sie mich nur an wie abgetragen und
scherbig mein schwarzer Samt geworden
ist piepste es mit hoher Stimme und doch
war eins die junge Mutter und ihr
kleiner Bube so stolz auf mich ich war
das erste Paar Höschen das der ältest
der jungen Frau bekam ach wie oft hat
Mutter zärtlich mich und den kleinen
Paul auf den Schoß genommen und auf har
das Knie sind wir beide hü und hotgar
lustig geritten aber erstmals hat der
kleine Paul den fedo den treuen Hofhund
mutwillig gequält da legte ihn Mutter
über den Stuhl und ich armes samthöschen
das doch gar nichts dafür konnte bekam
die Prügel aber dem Paul muss es ebenso
weh getan haben wie mir denn er schrie
erbärmlich ja davon bin ich wohl so
elend geworden ein so winziges Höschen
wie ich kann nicht viel
aushalten auch mich hat unsere Herren
einst zur Hochzeit getragen sagte da ein
zerschlissener grauer Seidenstoff der
schon gern vor dem Pumphöschen
gesprochen hätte ehe ich zu einem
seidenen Unterrock erniedrigt wurde war
ich ein prächtiges Hochzeitskleid ich
schmückte meine Besitzerin zum
silberhochzeitsfeste
sehen sie nur meinen Umfang so schlank
war meine Herren damals freilich nicht
mehr wie zur grünen Hochzeit aber ein
schönes Fest war es doch und schimmerte
durch die einst Z braunen Locken in
denen nun die silbermürte prangte auch
hin und wieder schon ein Silberfaden die
Augen blickten gerade so jung und
glücklich wie auf der grünen Hochzeit
voll Freude schaute sie heute auf die
blühende Kinderschar und auf das erste
Enkelchen das
Omama al te damals habe ich es auch
nicht gedacht dass ich einst ein
Unterrock werden würde die zerfetzte
graue Seide schwieg und nickte
schwermütig vor sich hin nun komme ich
wohl heran sprach eine milde Stimme und
die Flicken schauten alle begierig auf
die neue Sprecherin es war ein
gelbliches
Spitzenhäubchen sehen Sie die goldene
mürtenblüte die man in meiner Spitze
vergessen hat sprach das Häubchen und
Blick liebevoll auf das kleine
goldblütchen herab wir beide haben das
Haupt der greisen zu ihrem goldenen
Hochzeitsfeste geschmückt oh wie
glücklich war ich als mich die zitternde
Hand der hohen siebzigerin auf ihren
schneeweißen Scheitel drückte und als
Großvater dann sein runzliges Gesicht
herabneigte und die welken Lippen meiner
greisen Herren küsste da habe ich Tränen
der Rührung vergossen und die Kinder
Enkel und Urenkelchen drängten sich um
die Lehnstühle der al leäutchen es war
kein lautes fest aber eine erhebende
Feier war es gedankenvoll schwieg das
Spitzenhäubchen und der türkische
Schlafrock nahm nun das Wort jetzt haben
wir wohl alles Wissenswerte von unserer
Herrin erfahren lieber Freunde sprach er
oder weiß noch einer etwas ich meldete
sich bescheiden ein Stückchen schwarzer
Krep der ganz oben in dem flickenkasten
lag auf mich hat unsere Herr heiße
Tränen des Schmerzes geweint mich trug
sie am beerdigungstage ihres Mannes mit
dem sie mehr als 50 Jahre glücklich
zusammengelebt hatte ja das war eine
schwere Zeit aber die Tränen die aus den
alten halberloschenen Augen flossen
waren milde und ergeben meine Herren
wusste der liebe Gott würde sie bald
wieder im Himmel mit ihrem lieben Manne
vereinigen traurig verstummte der
schwarze kreb und auch all die anderen
Flicken schwiegen wehmütig dachten sie
an die Zeit wo sie einst jung und schön
gewesen
still ganz still wurde es in Großmutters
[Musik]
flickenkasten danke fürs zuhören wenn
dir das Märchen gefallen hat und du noch
nicht schläfst würde ich mich über einen
Daumen nach oben und einen Kommentar
freuen und falls du noch nicht schlafen
kannst findest du hier ein weiteres
Märchen bis bald