Constantin hat einen Zwiebelrostbraten bestellt - Medium! Doch für den Griechen ist der Braten viel zu blutig: Für ihn ist das Essen englisch gebraten. Koch Markus hat eine andere Meinung: Der Braten ist medium!
„Mein Lokal, Dein Lokal“ stellt fünf sympathische Restaurantbesitzer mit ihren Lokalitäten vor und lässt diese gegeneinander antreten - aber nicht auf dem normalen Weg. Die Restaurantbesitzer lassen sich als Gast in vier weiteren Restaurants verwöhnen und nehmen die anderen Betriebe unter die Lupe. Im Gegenzug müssten Sie natürlich auch die anderen Teilnehmer für einen Besuch in Ihren Betrieb einchecken und Ihr Essen und Restaurant testen lassen. Wo der normale Gast in einem Restaurant vielleicht nur auf den vollen Teller achtet, wissen die Profis genau, worauf es ankommt: Geschmack, Service, Atmosphäre, Sauberkeit, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und natürlich das Gesamtkonzept. Außerdem ist der Profikoch Mike Süsser mit an Bord und gibt seine Bewertung ab.
***************************************
►“Achtung Kontrolle“ auf YouTube: www.youtube.com/@Achtung_Kontrolle
Giovanni vergnügt sich mit den Gambas, auch bekannt als spanische Riesengarnelen.
Den Chicken-Sesam-Salat mit Asia-Dressing hat Eis für sich außer Korn.
Rudolf nimmt Vorlieb mit dem Lachs Carpaccio.
Und so sehen die sechs Coursal-Leckereien für unseren Konstantin aus.
Was genau verbirgt sich hinter dem Namen?
Die besteht aus süßen Kartoffeln, Balsamico-Dressing, Romano-Salat,
Manganelle im Bierteig, Mango-Chutney, Reh-Schnitzelchen mit süß-sauren Zwiebeln.
Wir haben einmal Ratatouille-Gemüse mit dem Risotto-Bällchen,
Waldpilzes-Puma und wir haben ein Carpaccio.
Dankeschön. Einen guten Appetit. Lasst es euch schmecken, bitte.
Ein buntes Vorspeisensammelsurium, so international wie unsere Runde.
Mit welchen Erwartungen startet der Gastgeber in den Abend?
Grunde genommen erwarte ich von unserem Küchenteam die gleichen Leistungen wie an jedem anderen Tag auch.
Die Jungs in der Küche wirklich wissen, was sie tun, von daher bin ich da ganz entspannt.
Also ich habe hier Chicken-Sesam mit Asia-Dressing, das Fleisch finde ich schön saftig.
Die Qualität vom Fleisch ist sehr frisch, das schmecke ich auch. Auf jeden Fall kein TK.
Nur mir hat ein Dressing gefehlt, weil ich habe ja mit Asia-Dressing bestellt, stand ja auf der Karte.
Mir schmeckt das nur nach Sesamöl.
Ob da etwas schiefgelaufen ist, machen wir erstmal bei Tisch-Nachbar Giovanni weiter.
Ich habe hier fünf Gambas in Olivenöl mit Gemüse, sprich Paprika, Sherry-Tomaten.
Schmeckt auch alles sehr sehr frisch und sehr sehr gut.
Das Olivenöl ist gut gewürzt, damit bin ich zufrieden, aber eine Sache macht leider alles kaputt.
Und Rudi, da würde ich dich bitten, würdest du mir einen Gefallen tun, würdest du bitte dieses Stück Brot probieren?
Gerne.
Mal horchen, was Küchenmeister Rudolf zum Besten gibt.
Okay, da brauche ich nicht viel probieren. Das ist putztrocken.
Steinhart.
Steinhart. Also hartes Brot brauche ich auf gar keinen Fall, weil man hartes Brot bei uns in Italien ganz ehrlich so den Hunden gibt.
Ha, harter Tobak. Jetzt aber, volle Konzentration für Rudolfs Lachs-Carpaccio.
Ich bin soweit eigentlich zufrieden mit meinem Lachs. Man sieht, dass der Lachs wirklich sehr sehr frisch hier ist.
Was mich ein bisschen überrascht hat, ist, dass mein Dressing leider nicht schmeckt.
Das ist für mich geschmacksneutral, ich habe ein bisschen Zitronenabrieb drin.
Es ist ein schön eingerichteter Teller gewesen, also frisch eingerichtet, schön eingerichtet.
Der Salat war knackig, Wildkrötesalat war ein bisschen Blattspinat drin, Mango war drin.
Also auch ganz tolle Nummer, frische Sprossen dabei, ist okay gewesen. Im Großen und Ganzen war es gut.
Fehlen noch die sechs Cursa-Leckereien von Konstantin. Die sind Marcos ganzer Stolz.
Grundsätzlich schwierig war es eigentlich nicht. Die Wünsche waren ganz üblich, Standardwünsche.
Bin gespannt, wie vor allen Dingen die sechs Cursa-Leckereien angekommen sind, weil das immer eine Kreation des Kochs ist, die wirklich individuell variiert.
Doch heißt individuell auch lecker? Das wollen Marco und Koch Marcos jetzt von Konstantin wissen.
Möchten einfach mal hören, wie es euch schmeckt.
Ich finde halt für eine Vorspeise ist es ein bisschen zu viel. Es sind richtige Highlights dabei, wie das Ratatouille mit dem Risotto-Bällchen.
Das ist der Hammer, also richtig gut. Caspaccio auch, man schmeckt die Gewürze raus, also super lecker.
Also die süße Kartoffel mit ein bisschen Balsamico und Romano-Salat finde ich jetzt nicht eine Leckerei.
Aber so im Gesamten, Hammer präsentiert. Superschön, alles sieht toll aus.
Vielleicht sollte man da einen anderen Namen dazu geben, als Hauptspeise nehmen, aber als Vorspeise finde ich es ein bisschen zu hoch.
Vielen Dank für die produktive Kritik. Natürlich wollte man etwas beeindrucken, aber vielleicht sind wir da mit der Menge etwas über das Ziel hinausgeschossen.
Aber wir haben da unser Bestes gegeben und es ist jetzt nichts Besonderes, was wir nicht alltäglich auf der Karte haben.
Also es sind wirklich Leckereien, was uns quasi ausmacht und deswegen ist es international, es ist regional, es ist quasi von allem, von allem Ebbes.
Was man tatsächlich auch noch sagen muss, dass in der Regel sich die Gäste zu zweit teilen.
Du hast jetzt eine Riesenportion bekommen, also die Platte für zwei und noch mal die größere Decke, also das ist tatsächlich schon ein bisschen viel.
Soweit Konstantins Vorspeisen-Variation, nun zu Eis und ihrem Sesam-Hähnchensalat.
Gefällt mir nur der ein einziger Punkt ist beim Dressing, mir hat das asiatische Geschmack ein bisschen gefehlt.
Der asiatische Geschmack ist sehr kräftig und auch sehr pikant und der deutsche Geschmack eben nicht immer.
Deswegen versuchen wir schon etwas so die goldene Mitte zu finden, sage ich mal, für jeden Geschmack.
Aber ja, wenn du es etwas kräftiger magst, dann gibt es nächstes Mal eine extra Chili.
Vielen Dank fürs Feedback, wir sehen uns gleich wieder.
Das sind Profis, wobei die Geschichte mit der Vorspeise bei dir, dann müsste es aber in der Speisekarte drinstehen, dass diese Vorspeise für zwei Personen eigentlich ausgelegt ist.
So, Kritik angekommen, konstruktiv war sie, jetzt gehen wir gleich mal rein und jetzt finden wir mal raus, was Sache ist. Auf geht's, komm!
Nach der eher durchwachsenen Vorspeisenkritik möchte Markus Küchenchef beim Hauptgang doppelt punkten.
Heute Hauptgang, zeige ich euch den Rostbraten von uns, klassisch schwäbisch von der Ferse, deutsches Fleisch.
Und Ferse, sagt dir das sicher was?
Ja, geschlechtsreifes, weibliches Tier, noch nicht gekalbt, das ist schon das Ausschlaggebende für den Geschmack auch dann später.
Im Vergleich zum Jungen Bullen ist Fersenfleisch teurer, unter anderem weil Fersen langsamer wachsen als ihre männlichen Zeitgenossen.
Man sieht, tolle Marmorierung, es ist wirklich schönes Fleisch.
Was schön war, diese Fettmarmorierung selber im Fleisch. Wow, wow, wow.
Durch die feine Marmorierung ist das Fleisch von der Ferse besonders aromatisch, zart und saftig.
Ja Markus, wie viel Fleisch verarbeitest du denn in der Woche?
Also ganz ehrlich, ich glaube ich bin mindestens drei bis vier Mal die Woche am Parieren und Zerlegen.
Ich sage mal von der Menge locker um die 80 Kilo.
Dann wird er noch leicht plattiert, das fördert den Garprozess einfach, es geht schneller und es macht das Fleisch auch nochmal etwas zarter.
Also hast du gesehen, wie das Fleisch von sich aus nachgibt, du musst es nicht mit Kraft oder Gewalt reinhauen.
Wenn du jetzt einen Brasilianer hast, dann brauchst du einen Vorschlaghauer, um das Ding runterzumeißeln auf eine gewisse Größe.
Das ging der Butterweich, also Chapeau, wirklich gute Qualität.
Starke Hitze ist das A und O beim Anbraten von Steaks, nur so können sich die Röstaromen in der Fleischkruste voll entfalten.
So, wir würzen mit Maldon Salzflocken.
Gut für die, die es noch nicht kennen, probiert es mal aus zu Hause, liebe Muttis und liebe Hobby-Grillmeister.
Flockensalz.
Ja, es zieht langsam ins Salz, es löst sich langsam auf durch die Hitze beim Garen, zerstört dann die Fleischstruktur nicht, die Oberfläche.
So ist es.
Und passt, also gute Nummer.
Jetzt verfeinert Markus das Ganze noch mit einer Prise Pfeffer.
Eure Sauce macht ihr auch selber?
Selbstverständlich, eine klassische Choux, wie es französische Grundküche kennt, mit angeschwitzten Gemüse, Zwiebel, Karotte, Sellerie, Lauch.
Das Ganze dann noch mit frisch gerösteten Knochen aus dem Ofen.
Alles zusammen, Tomatenmark dazu, das mitrösten, mit Rotwein ablöschen, kocht einen kompletten Tag lang.
Aber dafür haben wir große Kipper dann.
Da setzen wir dann halt gleich so 120 Liter, 150 Liter an.
Man muss das ja mal auch sagen, weil es ist ja nicht einfach für die Leute.
Viele wissen das nicht, dass man eigentlich auch in Masse, Qualität und gut kochen kann.
Ganz genau, das ist die Herausforderung.
Ich komme aus der Sternegastronomie eigentlich und das hier ist, sag ich mal, für mich, der Anspruch ist erfüllt an meine Küche, sag ich mal.
Weil es frisch gekocht ist alles.
Das spricht jetzt von Markus, dass er hier im Kurshall arbeitet.
Dass er hier auch einen gewissen Freiraum hat und das auch ein bisschen leben darf, was er gelernt hat und einbringen kann.
Das sieht man in Ansätzen, zeigt er das uns auch.
Und vom Kochen her ist er ein cooles Socke.
Wenn ihr wollt, dürft ihr die auch gleich mal so etwas naschen, meine Herren.
Markus' Soße ist zwar hausgemacht, aber mundet sie auch?
Die ist echt lecker. Kompliment.
Also die Soße hat ganz viel Tiefe, also ein Volumen.
Man schmeckt die Rinderknochen, man schmeckt das Gemüse, man schmeckt wirklich, dass da Fajolda, Lorbeer drin war.
Das wird alles befördert über die Soße.
Die ist schön abgezogen, hat einen schönen Glanz.
Wie geht's mit dem Fleisch weiter?
Jetzt kommt der liebe Zwiebelrostbraten, hier nämlich unter unseren Salamander.
Der ist hier jetzt nicht auf voller Stufe, sondern quasi nur auf Wärme.
Da bleibt das gute Stück jetzt circa drei bis fünf, sechs Minuten liegen.
Am allerbesten sogar zehn.
Klar, zehn Minuten Entspannung fürs Fleisch, das ist eine klare Sensation.
Wir binden den Fleischsaft im Fleisch, das Fleisch entspannt sich aus.
Wie ist das mit den Zigaretten danach?
Sieben Minuten.
Also, passt.
Genug Zeit, um die Bratkartoffeln klarzumachen.
Was kommt als nächstes?
So, als nächstes habe ich hier schon die Röstzwiebeln vorbereitet.
Die haben wir leicht in Öl eingelegt und die sind vorgegart.
Das heißt aber, die brauchen einfach ihre Zeit.
Und die werden nochmal von beiden Seiten ordentlich auf dem Grill angebraten,
dass es eine schöne Kruste nochmal gibt, auch leicht karamellisiert durch die Zwiebel.
Sahen gut aus, sind aber auch vorgefertigt.
Aber es geht nicht anders, weil eine gute Schmortzwiebel oder Rostbratenzwiebel
braucht mindestens eine halbe Stunde, bis sie eigentlich gar ist.
Markus macht das im Bräter mit Öl, ich mache es z.B. mit Bier.
Der Zwiebelrostbraten ist einer der Klassiker der schwäbischen und der österreichischen Küche.
Wir färben hier, wir sehen, es ist schön medium.
Aber kriegt trotzdem noch ein bisschen Temperatur, ein bisschen Feuer noch behindern.
Fehlt noch eine der wichtigsten Zutaten beim Zwiebelrostbraten.
Ich gebe jetzt nochmal etwas Butterschmalz dazu, aber nicht viel.
Es soll ja nicht fettig werden, aber einfach nochmal ein bisschen das Butteraroma dazugeben.
Und nochmal ein bisschen Röstaromen. Ganz genau, Röstaromen.
Klassischerweise reicht man dazu Spätzle als Beilage.
Im Kursaal sind es Bratkartoffeln.
Also vielen Dank, Markus. Mein Essen wird es nachher sein.
Sieht gut aus, freue mich schon richtig drauf. Hast du richtig toll gemacht.
Hat mich gefreut kennenzulernen, meine Herren. Tschüss, Markus.
Ich freue mich auf mein Essen. Mach es bitte genauso gut wie das.
Ich gebe mir bei jedem Mühe. Danke.
Das Ergebnis von Markus' Mühen halten Marco und Damir bereits in Händen.
Die Hauptspeisen sind servierbereit.
Der Reihe nach. Der schwäbische Zwiebelrostbraten soll Konstantin überzeugen.
Rudolf bekommt das Schweinefilet im Speckmantel.
Giovanni krallt sich das medium gebratene Rindersteak mit 200 Gramm Kampfgewicht.
Und das Ribeye-Steak für Eis bringt ganze 300 Gramm auf die Waage.
300 Gramm habe ich mir echt nicht so groß vorgestellt.
Komisch. Dabei wirkte Eis vorhin bei der Bestellung noch so überzeugt von ihrer Steakwahl.
Danach nehme ich den Ribeye-Steak. 300 Gramm.
Okay. Wo die Eis gesagt hat, so hier ein 300 Gramm, ist doch so...
Tja. Bestellt ist bestellt. Wie sagt der Schwabe, es wird Gässe, was auf den Tisch kommt.
Vielleicht für Frauen eine Variante mit 200 Gramm, 150 Gramm.
Hättest du 200 Gramm geschafft?
150 auf jeden Fall.
Zu dem Fleisch, ich habe medium bestellt, ist auch medium.
Oben ist halt ein bisschen zu lang angebraten, aber das Fleisch selber an sich ist sehr saftig.
Die Soße ist ja aus Rotwein, Honig und Orange. Alle drei Sachen, das schmeckt man raus.
So leckere Kartoffelkarton habe ich noch nie gegessen.
Richtig schön mit Käse überbacken, ist echt voll lecker. Echt top.
Als nächstes werfen wir einen Blick auf Rudolfs Schweinefilet im Speckmantel.
Mundet es dem Profikoch?
Mein Schweinefilet ist sensationell lecker. Schön eingebraten, saftig, nicht komplett düchtiger.
Also zum richtigen Zeitpunkt für mich zum runternehmen.
Qualität des Fleisches ist sehr gut. Also ist ein gutes Fleisch, kein TK-Fleisch.
Sonst wäre es sehr strohig. Also macht richtig Spaß, das zu essen.
Das mit dem Speckmantel, auch eine gute Idee. Bleibt das Fleisch ein bisschen lecker-saftig.
Wenn man das so drumherum macht, also aus dem Gar-Hintergrund ein bisschen.
Wo ich ein bisschen enttäuscht bin, ist meine Soße. Das sollte eine Cognac-Rahmensoße sein.
Also Rahm ist mir erstmal zu wenig drin, die ist mir immer noch zu dunkel.
Und der Geschmack vom Cognac geht mir leider unter. Der ist fast nicht vorhanden.
Nun zur Königsdisziplin der schwäbischen Küche, den Spätzle.
Und, damit alles in Ordnung?
Da ich ein Schwabe bin, durch und durch, bin ich mit der Qualität der Spätzle so nicht zufrieden.
Auch eine Spätzle gehört einfach ein Biss rein.
Wie eine italienische Nudel, al dente, habe ich hier leider nicht. Die ist komplett lätschig.
Lätschig heißt was Verkochtes, was total Weiches, wo kein Biss mehr, keine Struktur hat, keine Textur mehr erkennbar ist.
Das ist lätschig.
Kommt nicht so lätschig daher.
Ja genau, lätschig. Das sind wir morgen früh, wir zwei. Aber richtig lätschig.
Giovannis und Konstantins Hauptspeisenkritik möchten sich Marco und Markus nun persönlich abholen.
Wie geht es euch? Wie schmeckt es euch?
Danke.
Ich würde mal liebend gerne anfangen. Ihr seht, alles top, offen, bunt. Ich brauche dem nichts anderes zu sagen.
Ein bisschen zu viel Knoblauch, weil ich habe die gleiche Soße in meinem Aufenthalt in Spanien gegessen, da war es ein bisschen weniger.
Das Gute ist ja, dass es nicht direkt auf dem Fleisch war, sondern dass man das so selber machen konnte und dosieren konnte aufs Fleisch.
Und ich habe es so wenig dosiert, dass mir trotzdem die Socken weggeflogen sind.
Also Tim Thury hat, finde ich, einen Knoblauchbums verdient und es ist immer eine Geschmackssache.
Aber im Großen und Ganzen bist du zufrieden, was mich sehr freut.
Du siehst ja, du kannst den Teller wieder so reinstellen.
Vielen Dank.
Sensationell, super.
Und? Stinke ich?
Nach Alkohol, ja.
Die letzte Hauptspeisenanalyse gebührt dem Griechen. Sag an Konstantin, wie ist er, dein Zwiebelrostbraten?
Man merkt die Qualität vom Fleisch, sensationelle Qualität. Sensationelle Soße, ich habe noch nie so eine Soße gegessen, gut ab.
Zwiebeln auf den Punkt. Wenn du mir sagst, das hat leider nicht geklappt, wenn das noch geklappt hätte, dass es Medium ist, das ist Englisch.
Englisch?
Das ist Englisch. Und dann hätte ich gesagt, einfach Hut abziehen. Aber Medium habe ich bestellt, Englisch bekomme ich.
Für mich ist das perfekt Medium, weil Englisch beurteilt man jetzt nicht unbedingt nach der Fleischfarbe, nach der Inneren, sondern es kommt auf die Temperatur an.
Das musst du bitte erklären?
Es geht wirklich um die Kerntemperatur. Und eine Kerntemperatur von 54, 56 Grad ist absolut Medium.
Wenn das Fleisch schön geruht hat, dann läuft der Fleischsaft auch nicht raus beim Schneiden und das ist das Wichtige.
Ja, sieht gut aus.
Es ist eine schöne Farbe.
Bleibt die Frage, ob sich Konstantin von Markus' Farbenlehre überzeugen lässt.
Meine Meinung ist, es ist Englisch.
Bei Englisch wäre es wesentlich hoher in der Mitte.
Bei mir ist es tatsächlich Englisch, wenn mein Mund blutet noch und das ist bei Medium einfach nicht so.
Ganz einfach.
Ich habe es ja auch Medium bestellt, du auch und bei uns war es Medium.
Vier Gastroprofis können sich doch nicht irren, oder?
Es hat lange gebraucht zur Vorspeise, also nach der Vorspeise bis zum Hauptgang.
Deswegen hat das Fleisch definitiv seine 10 Minuten Ruhephase gehabt, wurde zweimal schön nachgebraten und ich finde es traumhaft vom Punkt her.
Gut, wir wollen nicht streiten.
Okay, der Markus ist von sich überzeugt.
Ist ja auch gut, aber man muss Kritik annehmen können.
Ich denke mal, klar, es hat ein Blinder gesehen, dass das Fleisch von mir echt Englisch war.
Wenn er sagt, es ist Englisch, dann ist es für ihn Englisch, ja?
Dann nehme ich das auch gerne an, aber dann darf er das auch gerne sagen beim Essen und dann braten wir es auch nochmal ein Stück nach.
Gar kein Problem, der Kunde ist König.
Gut, wäre das auch geklärt, jetzt aber ran an die Töpfe.
Das Stuttgarter Gastro-Gremium erwartet einen tadellosen Nachspeisengang.
Ich bereite gerade euer Dessert vor.
Da habe ich Tegern, Waldbeeren.
Da haben wir schöne Himbeeren.
Sind die frisch?
Nein, die sind Tegern.
Frische Beeren würden jetzt auf die Zubereitungsart, sag ich mal, wirklich vom Letzter fallen.
So, ich lasse den Zucker hier leicht karamellisieren.
Ein bisschen Goldbraunwurst.
Vorsichtig, weil geht es drüber hinaus, wird es bitter.
Ich gebe auch jetzt schon mal die Gewürze mit dazu.
Da habe ich Sternanis, ein paar Nelken, nicht zu viel, und eine schöne Zimtstange.
Die werden auch leicht mit erhitzt, einfach, dass sich das Aroma gleich rausgibt.
Wie bereits erwähnt, werkelt Markus gerade an einem Skir, einem traditionellen isländischen Milchprodukt, hier verfeinert mit verschiedenen Beeren.
Das Ganze wird noch schön verfeinert, auch wieder mit frischen Fruchtzesten.
Kommt nur das als Tuch rein, oder tust du auch andere Sachen rein?
Nein, die Beeren, und ich verfeinere das mit etwas Zitronenzeste und Orangenzeste.
Und es reicht völlig, weil auch wenn es TK-Beeren sind, es ist eine gute Qualität.
Es gibt sehr große Unterschiede bei den TK-Produkten.
Und wie gesagt, dadurch, dass wir das kochen, ist die Kälte in dem Produkt jetzt gar nicht schlecht, weil das wird dann gleichzeitig fertig.
Also die Soße und die Beeren sind optimal.
Das gleicht sich dann außen.
Fragt ruhig, wenn ihr was wissen wollt.
Was ist das hier?
Das ist Mondamin, also Kartoffelstärke.
Damit binden wir am liebsten, es wird mit kaltem Wasser einfach angerührt, bis es auch würzig wird.
Sie ist jetzt nicht die günstigste Art, also Stärke kostet einfach ein bisschen Geld.
Kaltes Mondamin ist Mahlstärke, hat einen Riesenvorteil.
Also wir haben ja immer mehr Glutenallergiker auf dieser Welt.
Und wenn du deine Soßen eben nicht mit Mehl bindest, so wie ich, Idiot, dann musst du keine zwei Soßentöpfe machen.
Ich fand das schon überrascht, aber fand das gar nicht so schlimm.
Er hat ja erklärt, warum er TK-Produkte genommen hat.
Ja, hat alles gepasst, finde ich.
Zumal Tiefkühlobst genauso nahrhaft ist wie Frisches, da die Hersteller es gleich nach der Ernte schopffrosten.
Ihr seht schon, das Mondamin zieht sehr schnell an.
Wir machen jetzt nur zwei Esslöffel davon.
Und schon haben wir eine schöne Konsistenz.
Wir lassen das Ganze jetzt aber noch ein bisschen ziehen auf kleiner Flamme, dass die Gewürze auch ihren Aroma abgeben.
Das ist sehr wichtig.
Jetzt kümmert sich Markus um die Crumbles, zu Deutsch Krümel.
Also, ich habe hier die Crumbles noch vorbereitet.
Ich habe frisch gebacken.
Wie entstehen die genau?
Das ist jetzt Butter, Mehl und Kakao, etwas Zucker.
Und das Ganze wird verknetet, also mit Zimmertemperaturbutter.
Das Ganze wird mit der Hand verknetet und in kleinen Brötchen einfach auf das Blech gegeben.
Und das kommt dann hier drauf?
Kommt dann genau mit zum Dessert und kommt dann so in den Ofen bei 180 Grad für zwölf Minuten.
Was ist das Weiße da in der Schüssel?
Das ist Ackerquark im Endeffekt aus Island.
Lass ich euch mal den Quark probieren.
Du wirkst so, als möchtest du was anmerken, Eis.
So, jetzt Quark aus Island. Hier in Deutschland gibt es ja auch viele.
Ja, sehr persönlich. Es geht ja um diesen Klassiker im Endeffekt.
Wir haben Freude an klassischen Produkten, aber auch klassischen Gerichten.
Vor allem beim Dessert ist es sehr wichtig, eine runde Geschichte zu bekommen.
Und wir kochen ja jetzt nicht nur schwäbisch und regional, sondern einfach auch international.
Jetzt zeigt sich, was das internationale Nachspeisenensemble kann.
Ladies first! Das Mixed Berries Tiramisu soll Eis den Abend versüßen.
Rudolf leckt sich die Finger nach dem Beeren-Tiramisu.
Giovanni freut sich schon auf seine Panna Cotta an Cranberry Ragu.
Und das ist Konstantins Skier, der Superquark aus Island.
Sieht echt voll gut aus. Ja, ist lecker.
Sieht gut aus. Ich konnte mir eh nichts vorstellen unter dem Skier, weil ich es noch nie gesehen habe.
Superquark aus Island. Bin echt neugierig.
Guten Appetit. Lass es euch schmecken.
Können die Desserts die Mängel der ersten beiden Gänge wettmachen?
Ich muss leider sagen, ich bin super enttäuscht.
Wegen? Ich habe keine, also ich habe eine Erdbeere drin.
Ich habe gedacht, ich kriege Beeren, also es ist Beeren-Saison. Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren.
Ist ja Joschka-Beeren, es gibt ja gerade so viele Beeren.
Und ich habe hier drin nur Kirschen. Ich habe ein Löffelbiskuit mit Kaffee drin, ist okay.
Mascarpone ist mir zu lasch.
Kein Dampf dahinter, also kein Sprit, kein Volumen da.
Es schmeckt einfach nach diesen Kirschen, die leider auch nicht frisch sind.
Wenn ich Beeren-Tiramisu schreibe, erwarte ich keine Steinobst, weil eine Kirsche ist ein Steinobst und keine Beere.
Tut der gestrenge Küchenmeister seinem Beeren-Tiramisu Unrecht? Höchste Zeit für eine zweite Meinung.
Du hast das gleiche hier bestellt wie ich von der anderen Karte. Also Beeren-Mix hast du bei dir, glaube ich. Und?
Also ich habe hier Himbeeren, Johannisbeeren und Sauerkirschen, denke ich mal.
Es ist sogar ein fast identisches Dessert, also die Mascarpone-Creme ist genau die gleiche.
Die Beeren sind die gleichen?
Nein, also bei dem einen waren es die Kirschen, bei dem anderen war es das Beeren-Ragout.
Genauso Löffel-Biskuit in Kaffee eingelegt, klassisch wie beim Tiramisu auch.
Letztendlich ist es aber auch eine Interpretation von uns, von einem Tiramisu.
Bleibt die Frage aller Fragen. Schmeckt's denn?
Ja, irgendwie schmeckt mir das ganz nicht so, aber ich schließe mich an, dass es vielleicht ein TK-Produkt ist.
Vielleicht liegt es da dran, die ist so säuerlich.
Wäre das vielleicht ein frischer Produkt, hätte mir das besser geschmeckt und ohne diesen Kaffee-Geschmack.
Löffel-Biskuit.
Die Beeren auf Konstantins isländischem Superquark kommen ebenfalls aus der Tiefkühl-Truhe.
Ob es trotzdem mundet, verrät er uns jetzt.
Dein erster Löffel.
Hab ich gedacht, Mensch, das kennst du doch. Wir haben so ein ähnliches Dessert in Griechenland.
Das ist so mager Quark, servieren wir mit Honig und Walnüssen.
Das ist so erfrischend sommerlich, was ich hier auch gespürt habe.
Die Beeren vermisse ich da drin, weil ich habe Sauerkirschen und kleine Johannisbeeren.
Crunch dazu, die Kombination ist okay. Also es gibt keinen Wow-Effekt.
Einfach nur Geschmackssache, meines ist es nicht.
Giovanni hat sich stilecht einen italienischen Dessert-Klassiker ausgesucht.
Bitte Giovanni, du hast das Wort.
Das Panna Cotta an sich, sehr, sehr gut.
Die Beeren, ich kenne das mit Soße von diesen Beeren.
Und wenn die Beeren so an sich drin sind, gibt das einen sehr, sehr übertriebenen süßen Geschmack.
Was nicht schlimm ist.
Nur, wenn ich das dann noch dazu gebe, die karamellisierte Kruste, dann kriege ich einen Zuckerschock.
Aber man kann es ja trennen und das mache ich jetzt auch so.
Geschmack ist echt eine subjektive Sache.
Zu süß, zu sauer, je nachdem, nicht ausbalanciert.
Also selbst ich als Koch, ich würde tausend Gründe finden, wenn ich etwas kritisieren möchte.
Eine ehrliche Meinung ist immer gefragt.
Jetzt ist nur noch eins gefragt, Rudolfs Kopfrechenkünste.
Wie viel müssen er und seine Mitstreiter berappen?
Okay, Gesamtsumme 254,70 Euro, um auf den Punkt zu kommen.
Wir hatten 172 Euro an Essen ausgegeben heute Abend.
Und wir sind so bei 83 Euro.
Ein paar Segwetsche für Getränke für vier Leute.
Preis-Leistung passt. Also wir hatten Fleisch, wir hatten gutes Fleisch.
Wir haben aber auch eine gute Auswahl gehabt.
Kann man eigentlich zufrieden sein, ne?
Zufrieden, ja.
Darauf ein zünftiges Prosit-Hurra.
Wie schätzt Marco die heutige Leistung seiner Crew ein?
Ich denke, es kann immer vieles besser laufen.
Es kommen immer viele Dinge zusammen in so einem Tag.
Wir hatten auch heute, glaube ich, 300, 400 à la carte Gäste.
Der heutige Abend war gut, war gut was zu tun.
Und alles lief parallel.
Da war es schon eine große Herausforderung, vor allem für unsere Küche.
Zeit für die Punktevergabe.
Möchte der Gastgeber seinem Schlussplädoyer noch etwas hinzufügen?
Also ich bin zufrieden. Punkt.
Schön. Wie viele Punkte machen die Mitstreiter locker?
6 Punkte.
8 Punkte.
7 Punkte.
Macht eine Gesamtpunktzahl von 28 Zählern für den Kurs Saal Cannstatt.
Morgen statten wir Giovanni einen Besuch im Leon Lager Bass ab.
Der Name Bass steht für, tja, wofür eigentlich?
Auf jeden Fall die beste italienisch-südländische Küche.
Die Mitstreiter sehen das etwas anders.
Also mir ist leider die Lust an dem Stück Fleisch vergangen.
Die müssen wissen, wie man im Süden isst und da tun sich ein paar schwer.
Haben die Kollegen einfach keine Ahnung?
Ich glaube, dass die Spezialitäten des Hauses Bass sicherlich im Pasta-Bereich liegen.
Egal ob Fleisch oder Pasta, können wir beides.
Hallo ihr Fans von MeinLokal, DeinLokal.
Ihr habt irgendwelche Folgen verpasst, ist doch kein Problem.
Hier bei JOIN gibt es alles zum Anschauen.
Die Folgen gehen auch hier direkt gleich weiter, wie ihr es haben wollt.
Übrigens, nicht vergessen, wir stehen drauf.
Abonniert uns, dann kriegt ihr alles mit und verpasst gar nichts.
Das war der Maik.