Keuchhusten, auch bekannt als Pertussis, zählt weltweit zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege. Diese extrem ansteckende bakterielle Infektion breitet sich durch Tröpfcheninfektion – also Niesen, Husten oder Sprechen – aus. Der Erreger, das Bakterium Bordetella pertussis, produziert Giftstoffe, die die Schleimhäute der Atemwege schädigen und die lokalen Abwehrkräfte schwächen. Besonders gefährlich ist die Krankheit für Säuglinge und ältere Menschen, wobei das Durchschnittsalter der Erkrankten mittlerweile über 40 Jahre liegt.
⏩ Erst informieren, dann supplementieren: Gerne schauen Sie einmal rein in meine Ratgeber https://bit.ly/RatgeberHowTo ✅ ❎ 100 % unabhängig ❎ 100 % studienbasiert ❎ 100 % medizinisch korrekt
00:00 | Keuchhusten rechtzeitig erkennen 01:19 | Was ist Keuchhusten und welche Symptome sind typisch? 04:26 | Wer ist besonders gefährdet? 06:55 | Wie wird Keuchhusten diagnostiziert & behandelt? 10:39 | Wie kann ich mich und mein Kind schützen? 13:51 | Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich Kontakt zu einer erkrankten Person hatte?
Wie verläuft Keuchhusten? Der Krankheitsverlauf ist in drei Phasen unterteilt. Die ersten Symptome ähneln denen einer gewöhnlichen Erkältung: Schnupfen, leichter Husten und gelegentlich Fieber. Doch bereits in dieser Phase ist die infizierte Person hoch ansteckend, was das Risiko für die Umgebung erheblich erhöht.
In der zweiten Phase zeigen sich die typischen Keuchhusten-Symptome: krampfartige Hustenanfälle, die über mehrere Minuten anhalten können. Oft kommt es zu einem charakteristischen keuchenden Geräusch beim Einatmen, das dem Krankheitsbild seinen Namen gibt. Diese Hustenanfälle treten besonders häufig nachts auf und können von starkem Würgen oder Erbrechen begleitet werden. In dieser Phase, die etwa vier bis sechs Wochen dauern kann, leiden Betroffene oft unter 5 bis 50 Hustenanfällen am Tag.
Die dritte Phase, auch Erholungsphase genannt, beginnt, wenn die Hustenanfälle langsam nachlassen. Diese Phase kann jedoch weitere sechs bis zehn Wochen dauern. Besonders durch Reize wie Rauch oder körperliche Anstrengung können auch nach der Erkrankung noch Hustenanfälle auftreten.
Wer ist besonders gefährdet? Die größte Risikogruppe für einen schweren Verlauf sind Säuglinge unter sechs Monaten. Bei ihnen kann Keuchhusten lebensbedrohlich werden, da sie den sich bildenden Schleim nicht eigenständig abhusten können. In vielen Fällen führt das zu Atemnot oder sogar Atemstillständen, weshalb rund zwei Drittel der erkrankten Babys im Krankenhaus behandelt werden müssen. Besonders gefährlich ist, dass bei Säuglingen die typischen Keuchhusten-Symptome oft ausbleiben. Stattdessen treten piepsende Geräusche beim Atmen und eine bläuliche Verfärbung der Haut aufgrund von Sauerstoffmangel auf.
Neben Säuglingen sind auch ältere Menschen über 60 Jahre besonders gefährdet. Bei ihnen kann der anfallsartige Husten zu Komplikationen wie Rippenbrüchen führen.
Mit „Video-Visite Dr. Weigl“ haben Sie den aktuellen und medizinisch-wissenschaftlichen Kanal gefunden, der Themen rund um die Bereiche Schmerzen, #Medizin und #Gesundheit verständlich aber basierend auf Fakten, Richtlinien und Studien beschreibt.
▬ Weigls MedNight: Der Videopodcast mit dem Universitätsklinikum Bonn ▬▬▬▬▬▬▬▬▬
Rechtlicher Hinweis / Disclaimer: Die Videos dienen ausschließlich Ihrer Information und ersetzt niemals eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose beim approbierten, qualifizierten Facharzt. Insbesondere bei Medikamenten gilt es Rücksprache mit Ihrem Arzt zu führen und die Packungsbeilage zu beachten. Die zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen verwendet werden. Haftung ausgeschlossen.
Facebook- & Instagram-Icon: Icon made by freepik from www.flaticon.com Twitter-Icon: Icon made by Pixel perfect from www.flaticon.com Sound effects obtained from https://www.zapsplat.com 3D-Bildmaterial: Sharecare YOU Pro Website: https://www.sharecare.com/
Keuchhusten zählt weltweit mit zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege
und kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.
Die Zahl der Keuchhustenfälle steigt in letzter Zeit wieder an.
Bis Mitte Mai 2024 wurden dem Robert-Koch-Institut bereits 4.500 Fälle gemeldet.
Klingt nicht viel, ist aber viel. Ich sag gleich warum.
2023 waren es im gleichen Zeitraum nur 1.500 Fälle.
Und Keuchhusten ist längst keine klassische Kinderkrankheit mehr,
sondern kann uns alle betreffen. Auch Sie, auch mich.
Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt inzwischen sogar bei über 40 Jahren.
Trotzdem sind gerade, klar, Säuglinge extrem für einen schweren Verlauf gefährdet,
junge kleine Kinder und viele Eltern machen sich natürlich Sorgen,
wie sie ihre Kinder am besten schützen können.
Was genau Keuchhusten ist, was ihn so gefährlich macht,
worauf Sie achten sollten, wie Sie sich und andere schützen können.
Erste Anzeichen, ob Sie Keuchhusten haben, all darüber sprechen wir jetzt.
Hallo, mein Name ist Dr. Tobias Weiger, seit Jahren arbeite ich als Arzt in einem Krankenhaus
und für Sie kläre ich auf diesem Kanal medizinisch, verständlich und korrekt
über wichtige Themen zu Gesundheit, Krankheit und vor allem auch Prävention auf.
Was ist Keuchhusten und welche Symptome sind typisch?
Keuchhusten, auch auf schlau Pertussis genannt,
ist eine extrem ansteckende Erkrankung der Atemwege,
die durch Niesen, Husten, Sprechen, also eine klassische Tröpfcheninfektion, sagt man dazu,
dadurch verbreitet wird. Fast jeder Kontakt zwischen einer Erkrankten
und einer ungeschützten, gesunden Person führt zu einer Ansteckung.
Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, also Bakterien sind der Erreger
und in den meisten Fällen ist es das Bakterium Bordetella Pertussis,
und daher auch der Name Pertussis. Der Erreger bildet Giftstoffe,
die die Schleimhäute der Atemwege schädigen und die lokalen Abwehrkräfte schwächen.
Klar, Immunsystem geht runter. Und Keuchhusten tritt über das ganze Jahr auf,
in Mitteleuropa bei uns gehäuft, klar, im Herbst, im Winter.
Die Inkubationszeit von Keuchhusten, also die Zeit zwischen Ansteckung
und dem ersten Auftreten der Keuchhustensymptome, und das ist wichtig,
diese Inkubationszeit, die beträgt zu etwa neun bis zehn Tagen, also relativ lange.
Ob Sie nun Keuchhusten haben, woran erkennen Sie das? Vielleicht am Verlauf.
Nämlich der Verlauf, der gliedert sich in drei Phasen, die sollten Sie kennen,
ganz wichtig, aber auch diese klassischen drei Phasen, die machen vor allem Kinder
und teilweise auch ungeimpfte Erwachsene durch. Gerade bei Risikogruppen für Komplikationen
wie zum Beispiel Säuglinge oder auch Senioren kann der Verlauf atypisch auch sein,
darauf komme ich anschließend sofort auch nochmal zu sprechen.
Allgemein, zu Beginn der Erkrankung, im ersten Stadion, da zeigen sich Symptome
einer klassischen Erkältung, wie zum Beispiel Schnupfen, leichter Husten,
selten auch ein bisschen Fieber. Und diese erste Phase, die dauert so circa ein bis zwei Wochen,
das ist schon relativ lange. Das Problem hierbei ist, dass die erkrankte Person
bereits hoch ansteckend ist. Man denkt, man hat eine normale Erkältung,
steckt schon wieder die nächsten an, weil man noch gar nicht weiß, dass man Keuchhusten hat.
Zweite Phase, da kommt es zum tatsächlichen Keuchhusten, da kommen die krampfartigen Hustenanfälle,
die oftmals auch minutenlang anhalten können. Wichtiges Anzeichen.
Und charakteristisch ist die währenddessen rausgestreckte Zunge
und das keuchende Geräusch beim Einatmen. Keuchhusten.
Also daran erkennen Sie das, daran erkenne ich auch als Notarzt, wenn ich mal gerufen werde,
diese keuchenden Geräusche. Keuchhusten, daher der Name. Und in 24 Stunden muss man
so fünf bis 50 Hustenanfälle sogar haben. Und diese Hustenanfälle,
die können zum Herauswirken von Zehenschleim und auch
anschließendem Erbrechen führen. Auch das habe ich schon erlebt. Man kotzt sich
sozusagen die Lunge raus, man hustet so stark. Die Hustenanfälle
sind das, was einen plagen. Und diese Phase dann schließlich dauert so circa vier Wochen.
Und in der dritten Phase ist dann die Erholungsphase. Und dann
nehmen die Hustenanfälle wieder ab. Allerdings kann diese Phase noch einmal
so sechs bis zehn Wochen andauern. Und gerade durch Trigger
wie Zigarettenrauch, körperliche Anstrengung, können natürlich
immer noch Hustenanfälle ausgelöst werden. Auch passives oder passiver
Zigarettenrauch. Eine Erkrankung kann also insgesamt
über mehrere Monate anhalten. Das ist natürlich schon mal ein riesengroßer Unterschied zu einer normalen
Erkältung. Wer ist gefährdet? Zur größten Risikogruppe gehören
Säuglinge unter sechs Monaten. Häufige Komplikationen, die mit
einer Ansteckung hergehen, sind Lungenentzündung und Mittelohrentzündung.
Oft hat man Keuchhust und dazu noch eine Lungenentzündung, dazu noch eine Mittelohrentzündung.
Wichtig ist, gerade bei Säuglingen kann der charakteristische Husten
ausbleiben. Stattdessen geben sie teilweise ein eher so piepsendes
Geräusch von sich und laufen oft rot oder blau an.
Und weil Säuglinge den sich bildenden Schleim nicht gut abhusten können, logisch
kann es zu lebensgefährlichen Atemstillständen kommen. Es kommt quasi
zum Luftnot. Sie ersticken. Etwa zwei Drittel der erkrankten
Babys müssen oder sollten im Krankenhaus behandelt werden. Circa 70%
aller Kinder machen einen normalen Verlauf ohne schwerwiegende Folgen durch.
Aber circa 10% der Erkrankten erkranken
schwer an Keuchhust. Und das ist das, was es zu gefährlich macht. Das trifft vor allem auf
Kinder und Jugendliche mit Grunderkrankungen der Atemwege zu, die zum Beispiel auch noch Asthma haben.
Und nur 0,1% aller
Fälle enden tödlich, meist in den ersten Lebensmonaten.
Nur, natürlich in Anführungsstrichen, bei jeder Tote ist einer zu viel. Und was man dagegen machen
kann und sollte, dazu sage ich gleich noch was. Das waren einmal die Neugeborenen.
Aber die zweite große Risikogruppe stellen ältere Menschen dar, und zwar
über 60. Es kann nämlich passieren, dass eine Keuchhusteninfektion
gar nicht als solche erkannt wird, sondern ganz typisch, ganz
oft mit einem normalen krepalen Infekt verwechselt wird. Und diese
anfallsartige Husten, das Keuchen, kann sogar so stark sein,
dass es zu Rippenbrüchen kommen kann. Etwa jeder Zehnte ältere Patienten
muss im Krankenhaus behandelt werden. Auch ältere Kinder, Jugendliche,
auch Erwachsene können natürlich an Keuchhusten erkranken. In der Regel sind die Verläufe
hier aber milder. Der Husten ist zwar ebenfalls hartnäckig, aber oft
weniger heftig. Sie merken nur, oh Mann, das Husten ist so stark, die Erkältung
dauert so lange. Gerade das kann aber auch fatal sein, denn wenn
der Keuchhust nicht richtig erkrankt, nicht richtig behandelt wird, stellen
die Erkrankten für, wie gesagt, Säuglinge und für ältere
Menschen eine Gefahrenquelle dar, bzw. ein Ansteckungsrisiko.
Gerade wenn eine Familie ein Neugeborenes z.B. hat und viel Besuch von
Freunden oder Verwandten bekommt, die erkältet sind, ist hierbei
Vorsicht geboten. Also im Normalfall Keuchhusten kein Problem, bei Neugeborenen
und bei Risikogruppen, gerade ältere Patienten mit schlechterem Immunsystem
ist es ein Risiko.
Also jetzt haben Sie erkannt, wahrscheinlich haben Sie Keuchhusten. Was nun tun?
Erkältungszeichen sollten Sie bei Ihrem Kind
natürlich, gerade bei Säuglingen, immer ernst nehmen und schnell ärztliche Hilfe
suchen. Bestimmte Grad Fieber über 38 Grad zum Arzt
gehen. Gerade für Sie auch als Erwachsene, wenn Sie Säuglinge haben,
da zählt ja jede Minute. Säuglinge mit Keuchhusten werden in der Regel stationär behandelt,
damit der angestaute Bronchialschleim abgesaugt werden kann. Ich habe ja gerade
gesagt, kann man nicht so gut abhusten, daran kann man ersticken als Gefahr.
Wenn der Verdacht einer Keuchhusteninfektion bei älteren Kindern
und auch bei Erwachsenen im Raum steht, wenn sie 20 sind, 30, 40, dann wird beim
Hausarzt ein Abstrich im hinteren Nasen-Rachen-Raum gemacht, der dann im Labor
untersucht wird. Abstriche kennen Sie ja wahrscheinlich noch von der Corona-Pandemie.
Und auch eine Blutuntersuchung auf Antikörper und eine vermehrte Produktion
weiser Blutkörperchen kann aufschlussreich sein. Man hat eine Infektion,
mehr Blutkörperchen werden gebildet, weise Blutkörperchen. Wenn dann eindeutig ist,
dass es sich um eine Keuchhusteninfektion handelt, erfolgt die Therapie mit einem
geeigneten Antibiotikum. Es ist ja ein Bakterium, habe ich ja gerade gesagt.
Und die Gabe des Antibiotikums sollte dabei möglichst früh erfolgen,
denn nur dann können stärkere Beschwerden verhindert oder abgeschwächt werden.
Es ist also wichtig, Keuchhusten frühzeitig zu erkennen. Und hat der
charakteristische Starkhusten schon eingesetzt, ist es schon oftmals zu spät.
Und ein Antibiotikum kann den Krankheitsverlauf nicht mehr wirklich
verkürzen, lediglich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit reduzieren.
Von mehreren Wochen dann vielleicht so auf vier, fünf Tage.
Immerhin wird somit eine weitere Ausbreitung eingedämmt.
Aber für Sie selber hat es kaum sozusagen einen Nutzen.
Und welche Maßnahmen können Sie nun ergreifen? Grundsätzlich gilt, wie bei
allen Erkrankungen der Atemwege, wenn Sie Erkältung haben, wenn Sie Husten haben,
viel trinken, trinken, trinken, trinken. Wasser, Suppe,
warmen Tee. Während eines Hustenanfalls sollte man, wenn möglich,
aufrecht sitzen und auch den Kopf so leicht nach vorne beugen.
Besser für den Schleim, dass er rauskommt. Wenn Ihr Kind betroffen ist, unbedingt,
ganz wichtig, versuchen Sie es möglichst gut zu beruhigen, damit es keine Panik
durch die begrenzte Sauerstoffzufuhr bekommt. Es empfiehlt sich aufgrund
des Würgereizes, das habe ich ja gerade gesagt, da erbricht man auch oft beim Keuchhusten,
durch die starken Husten mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen,
wenn man überhaupt Hunger hat. Klassische Hausmittel wie Inhalieren, Brustwickeln
können ebenfalls die Beschwerden lindern. Wenn Sie bzw. Ihr Kind
sich danach fühlen, sind gerade im dritten Stadium, dann wenn es zu leichten
Besserungen kommt, auch nicht anstrengende Ausflüge an die frische Luft
erlaubt und förderlich. Was Sie unbedingt beachten sollen, bei Keuchhusten
gelten die Regeln des Infektionsschutzgesetzes.
Große Ansteckungsgefahr, habe ich ja gerade gesagt. Das heißt zum Beispiel, dass
Erkrankte Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen etc.
natürlich vorübergehend nicht besuchen oder dort tätig sein dürfen.
Wichtig ist auch, dass es für Keuchhusten eine Meldepflicht gibt. Das heißt,
das zuständige Gesundheitsamt muss innerhalb von 24 Stunden nach Bekanntwerden
einer Infektion informiert werden. Deswegen weiß man ganz gut, wie gerade gesagt,
dass 2024 es mehr Keuchhustenfälle schon gab als 2023.
Die müssen nämlich gemeldet werden. Deswegen also, sollten Sie
den Verdacht einer Infektion haben, gerade nachdem Sie jetzt das Video gesehen haben,
denken Sie an die Anzeichen, die ich genannt habe. Vermeiden Sie jeglichen Kontakt
zu Säuglingen und älteren Menschen. Denken Sie, für die kann es lebensgefährlich sein und
stattdessen kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt und teilen Sie ihm auch direkt
Ihren Verdacht mit, damit entsprechende Vorsichtsmaßnahmen auch in der
Arztpraxis natürlich ergriffen werden können. Auch der Arzt, auch wir wollen uns natürlich
nicht anstecken. Wie kann ich mich und mein Kind schützen? Die große Frage.
Wie kann ich mich oder mein Kind schützen? Gerade präventiv sein.
Der zuverlässigste Schutz ist Keuchhusten, eine Impfung.
Säuglinge erhalten den besten Schutz, wenn ihre Mütter noch während der Schwangerschaft
gegen Keuchhusten geimpft werden. Die STIKO empfiehlt seit 2020
explizit eine Impfung während der Schwangerschaft. Selbst wenn die Frau
vor der Schwangerschaft bereits geimpft wurde oder gar eine Keuchhustenerkrankung
durchgemacht hat. Studien haben nämlich sehr gut gezeigt,
dass die Antikörperkonzentration nach einer Impfung recht schnell
wieder abnimmt. Der Schutz hält also nicht lange an, leider.
Wird aber während der Schwangerschaft geimpft, werden Antikörper gebildet,
die sowohl die werdende Mutter gut, als auch das Ungeborene
sehr gut schützen. Und die Effektivität der mütterlichen
Impfung in den ersten zwei bis drei Lebensmonaten ihres Säuglings
vor einer Pertussis dann zu schützen, lag in den meisten Studien bei ca.
90%. Und das ist eine sehr hohe Zahl. Die Impfung
sollte auch in jeder erneuten Schwangerschaft durchgeführt werden. Wichtig.
Also nicht, weil man denkt, oh ja, ich habe ja schon ein Kind bekommen, da habe ich mich geimpft.
Beim zweiten auch, beim dritten brauche ich die nicht mehr. Nein. Wie gesagt, der Impfschutz hält leider
nicht so lange an. Geimpft wird in der Regel im letzten Schwangerschaftstritt,
also so ungefähr ab der 30. Woche. Und noch eine kleine Randnotiz.
Die Impfung wird vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Sollte die Impfung aus welchen Gründen auch immer während der Schwangerschaft
verpasst worden sein, soll ja passieren, wird empfohlen,
diese in den ersten Tagen nach der Geburt nachzuholen. So, wir sind aber jetzt nicht alles schwanger.
Was Erwachsene machen, sage ich gleich noch. Das ist, wenn man jetzt ein neugeborenes
Säugling hat. Ab einem Alter von zwei Monaten kann die Impfung beim Säugling
direkt erfolgen. Und dabei empfiehlt die STIKO für eine ausreichende Immunisierung
drei Impfungen, bei frühgeborenen Kindern sogar vier Impfdosen.
Auffrischungsimpfungen für Kinder sind zwischen fünf und sechs Jahren
und auch neun bis 16 Jahren empfohlen. Und man glaubt nicht, wie viele Kinder
oder erwachsene Eltern dann vergessen, bei ihren Kindern die Auffrischungsimpfung
durchzuführen. Und auch, wie gesagt, bei uns Erwachsenen lässt der Impfschutz
nach und eine Auffrischung ist ratsam. In Deutschland und auch in anderen Ländern
steigen aktuell die Zahlen der Erkrankungen wieder. Und was ist der Grund dafür?
Das könnte sehr wahrscheinlich ein sogenannter Nachholeffekt aus der
Corona-Pandemie sein. Weil während der Schutzmaßnahmen in der Pandemie
hatten natürlich weniger Menschen Kontakt zu Keuchschustenerreger und sind
dadurch seltener erkrankt. Das ist ja auch mit anderen Erkrankungen so.
RSV zum Beispiel war ja auch in den Medien. Die Immunität in der Gesamtbevölkerung
ist dadurch also niedriger. Und ein weiterer möglicher Grund für die steigende
Impfquote in den Pfalzern ist auch, dass vermehrt gegen Keuchhusten getestet wird
und somit mehr positive Fälle erkannt werden. Wo mehr getestet wird,
gibt es auch mehr positive Fälle. Hinzu kommt, dass die Impfquote
bei Erwachsenen sehr niedrig sind und diese sich somit
vermehrt auch anstecken können. Und gerade in den letzten Monaten, Jahren hat ja auch
so eine Impfskepsis zugenommen, auch gegen die Keuchhustenimpfung,
die davor eigentlich relativ gut, nennen wir es mal so, etabliert war.
Die STIKO empfiehlt Ungeimpften nach dem Kontakt mit Erkrankten
die vorsorgliche Gabe eines Antibiotikums und damit die Krankheit dann
nicht weiter ausbricht. Und selbst wer geimpft ist, kann
andere anstecken. Also geimpft gegen Keuchhusten heißt nicht, dass man
damit andere vor Keuchhusten nicht ansteckt oder schützt.
Daher wird enger Kontakt zu Erkrankten auch Geimpften nicht
empfohlen und wenn es doch passiert, dann vorsorglich sich antibiotisch behandeln
zu lassen. Wichtig ist, sich vor Augen zu halten, dass Menschen jeden Alters
sich nach einer überwundenen Erkrankung erneut anstecken können.
Und auch eine einmalige Impfung bietet keinen lebenslangen Schutz.
Gerade ältere Menschen lassen sich seltener impfen und
Erkrankten somit auch schneller, haben generell ein schwächeres Immunsystem.
Daher lohnt es sich stets seinen Impfpass im Blick zu behalten, um die
Auffrischungsimpfung rechtzeitig durchführen zu können. Sprechen Sie den Hausarzt mal darauf an.
Für Sie ganz wichtig zu wissen sind die folgenden Punkte. 1. Keuchhust ist
eine extrem ansteckende Erkrankung. Und das Tückische ist,
dass sich zu Beginn normale Erkältungssymptome zeigen, die erkrankte
Personen aber bereits hoch ansteckend ist. Am Anfang denkt man, man hat nur eine
Erkältung, aber nein, es ist Keuchhusten. Dann wichtig, besonders Neugeborene
sind gefährdet. Deswegen nicht Neugeborene besuchen, wenn sie Husten haben.
Warum? Weil sie den anstauenden Schleim nicht abhusten können,
das zu Atemstillstand führen kann, sie sozusagen ersticken. Und drittens, Impfen schützt
Erwachsene, sollten regelmäßige Auffrischungsimpfungen durchführen,
insbesondere Schwangere, habe ich gerade erklärt. Für weitere Informationen steht das
zuständige Gesundheitsamt zur Verfügung. Ihr Hausarzt können Sie alles mal mit dem besprechen.
Und gerne sagen Sie jetzt mal, ob Sie vielleicht Keuchhusten schon hatten oder
es glauben zu haben. Gerne kommentieren Sie, gerne leiten Sie das Video
Betroffenen weiter. Vielen Dank und bleiben Sie mir treu.