Die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg stellt ein Handlungskonzept und eine Kommunikationstechnik dar, welche zu mehr Vertrauen und Verständnis innerhalb der Kommunikation zwischen Menschen führen soll. Rosenberg nennt die Lebensentfremdende Kommunikation (Wolfssprache) und Gewaltfreie Kommunikation (Giraffensprache). Viel Spaß beim Video! 🙂 ✅ https://www.erzieherkanal.de ✅ 🧐 Inhalte zum Nachlesen ►► https://erzieher-kanal.de/gewaltfreiekommunikation/
0:00 - Einleitung 1:47 - Die Grundannahmen 3:23 - Art der Kommunikation nach Rosenberg 3:38 - Lebensentfremdende Kommunikation 4:54 - Gewaltfreie Kommunikation 6:51 - Beispiel Kommunikation 8:03 - Grenzen der Gewaltfreien Kommunikation 8:40 - Feedback und Anmerkungen :-)
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Wie entstehen Konflikte in der Kommunikation?
Wie ist es möglich, Konflikte friedlich zu lösen und dabei noch seine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen?
Und anhand welchen Systems kann Kommunikation so richtig missglücken?
Dies und vieles mehr erfährst du im heutigen Video.
Hi und herzlich willkommen zu einem neuen Video.
In diesem Video geht es um die gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg.
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Und jetzt viel Spaß beim Video.
Die gewaltfreie Kommunikation ist ein von Marshall Rosenberg entwickeltes Handlungskonzept.
Sie stellt eine Kommunikationstechnik und Haltung dar,
welche zu einem besseren Kommunikationsfluss mit mehr Freude und Vertrauen zwischen Menschen führen soll.
Dieses Handlungskonzept zur gewaltfreien Kommunikation lässt sich zu friedlichen Konfliktlösungen im Alltag,
aber auch im beruflichen und persönlichen Kontext nutzen.
Marshall Rosenberg betonte mehrfach explizit,
dass es bei der gewaltfreien Kommunikation nicht ausschließlich um eine bloße Technik geht,
welche Dinge mit netteren Worten beschreiben soll,
sondern um eine Haltung.
Eine Haltung der Bewusstmachung der eigenen Personen mit den inneren Einstellungen und Bedürfnissen,
sowie die Bereitschaft zur Empathie und offenen Kommunikation anderen Menschen gegenüber.
Der Begriff der gewaltfreien Kommunikation wird häufig in Frage gestellt,
mit der Begründung, dass er nicht wirklich das trifft, was Rosenberg mit seinem Handlungskonzept erreichen will.
Es gab einige Alternativideen für den Namen, welche das Konzept besser beschreiben sollen.
Beispielsweise die bewusste, wertschätzende, durchsetzungsstarke oder effektive Kommunikation.
Der gewaltfreien Kommunikation liegen einige Grundannahmen zugrunde.
Auf diesem Fuß das Handlungskonzept.
Empathie stellt die Grundlage für gelingende Kommunikation dar.
Menschen suchen eine empathische Verbindung zu ihren Mitmenschen.
Das bedeutet, dass Menschen das Bedürfnis haben, andere zu verstehen, dafür selbst aber auch verstanden zu werden.
Die gewaltfreie Kommunikation soll dabei helfen, sich ehrlich und klar auszudrücken.
Der Fokus liegt dabei auf den Gefühlen und Bedürfnissen.
Vor allem ist dies in Konflikten einer Lösung dienlich.
Jede Form von Gewalt stellt einen tragischen Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses dar.
Der Mensch selbst trägt Verantwortung für seine Gefühle und Bedürfnisse.
Ein Beispiel.
Wenn Jonas intensiv und laut in der Bauecke spielt, dann könnte Julia verärgert sein, weil sie ein Bedürfnis nach Ruhe hat.
Die Verärgerung seitens Julia entsteht also aus ihrem unerfüllten Bedürfnis.
Jonas' Verhalten ist der Auslöser, das Signal, dass Julias Bedürfnis nach Ruhe bisher nicht erfüllt wurde.
Tina beispielsweise spielt ebenfalls so intensiv in der Bauecke und fühlt sich von Jonas gar nicht gestört.
Sie freut sich sogar, weil ihr Bedürfnis nach Unterhaltung und Action durch Jonas' Lautstärke erfüllt wird.
Ob eine Person sich also durch das Verhalten einer anderen Person angegriffen fühlt, hängt nicht einzig und allein vom Handeln der anderen Person ab,
sondern ebenfalls stark von dem eigenen Bedürfnis der Person.
Eine gelingende und gewaltfreie Kommunikation ist an bestimmte Bedingungen geknüpft.
Beispielsweise sollten Bedürfnisse als Bitten und nicht als Forderungen formuliert werden.
An die konkreten Bedingungen zur gelingenden Kommunikation knüpft das Handlungskonzept der gewaltfreien Kommunikation an.
Kohlberg unterscheidet zwischen der gewaltfreien und der lebensentfremdenen Kommunikation.
Es folgen jetzt vier konkrete Eigenschaften der lebensentfremdenen Kommunikation und anschließend die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation.
Außerdem folgt zu beiden Kommunikationsarten jeweils ein Beispiel.
Unter der lebensentfremdenen Kommunikation versteht Rosenberg die Formen der Kommunikation,
welche zu psychischer und physischer Gewalt beitragen können und eine empathische Verbindung und Bedürfnisbefriedigung der Menschen verhindert.
Die erste Eigenschaft.
Verurteilung dem Kommunikationspartner gegenüber.
Dazu gehören Zuschreibungen von Eigenschaften.
Es wird zwar in der gewaltfreien Kommunikation bewertet, aber nur Handlungen anderer in Bezug auf die eigenen Bedürfnisse und Gefühle.
Die zweite Eigenschaft.
Das Anstellen von Vergleichen.
Damit ist gemeint, dass der Kommunikationspartner mit einer anderen Person verglichen wird.
Im schlimmsten Fall, um ihn auf sein vermeintliches Fehlverhalten hinzuweisen.
Rosenberg nennt dies ebenfalls eine Form der Verurteilung.
Die dritte Eigenschaft.
Das Leugnen der Verantwortung für eigene Gefühle und Handlungen.
Ein Beispielsatz wäre, wegen dir habe ich immer so schlechte Laune.
Die vierte Eigenschaft.
Forderungen stellen statt bitten.
Forderungen geben dem Kommunikationspartner das Gefühl, keine andere Wahl zu haben,
im schlimmsten Fall seine Freiheit beraubt zu werden.
Durch eine Bitte gibt man dem Kommunikationspartner die Möglichkeit, frei zu entscheiden, was er möchte.
Gleichzeitig nimmt man so Rücksicht auf seine Bedürfnisse.
Kommen wir nun aber zur konkreten Anwendung des Handlungskonzepts der gewaltfreien Kommunikation.
Rosenberg nennt hier vier einzelne Schritte, welche zu einer gewaltfreien Kommunikation beitragen.
Schritt 1. Die objektive Beobachtung und Beschreibung der Situation.
Eine möglichst objektive Beschreibung der Situation, ohne diese mit Interpretationen oder Wertungen zu mischen.
Dem Kommunikationspartner soll vermittelt werden, worum es sich handelt.
Die Beobachtung muss von der Bewertung getrennt werden.
Dabei ist es wichtig, auf verallgemeinernde und wertende Worte zu verzichten.
Also beispielsweise auf nie, immer, schon wieder, wie immer, keiner, alle und so weiter.
Schritt 2. Die Gefühle.
Bei diesem Schritt ist es wichtig, sich bewusst zu machen, welches Gefühl durch die Situation ausgelöst wurde.
Schritt 3. Das Bedürfnis hinter dem Gefühl.
Welches Bedürfnis steckt hinter dem ausgelösten Gefühl?
Rosenberg definiert ein Gefühl als eine Art Indikator dafür, welches Bedürfnis gerade im Menschen vorhanden ist.
Ein Bedürfnis kann zum Beispiel die Sicherheit oder das Verständnis sein.
Schritt 4. Das Formulieren einer Bitte.
Bei diesem Schritt ist es wichtig, zwischen einer Bitte und einem Wunsch zu unterscheiden.
Ein Wunsch bezieht sich meist auf einen ungewissen Zeitpunkt in der Zukunft, mit einer nicht ganz klaren Aussage.
Eine Bitte kann zum Beispiel eine klare Handlung meinen.
Kannst du mir den Teller geben?
Oder die Bitte um Rückmeldung seitens des Kommunikationspartners.
Beispielsweise kann nach den Empfindungen oder Einschätzungen des Kommunikationspartners gefragt werden.
Magst du mir sagen, wie es dir mit der Situation ging?
Menschen fällt es häufig schwer, über die eigenen Gefühle zu reden.
Vor allem in angespannten Konfliktsituationen.
Das geht nicht selten so weit, dass Menschen Konflikte ganz scheuen.
Über Gefühle zu sprechen, ist in der gewaltfreien Kommunikation auch gar nicht zwingend notwendig.
Es kann nämlich über Bedürfnisse gesprochen werden.
Ein Beispiel. Eine Erzieherin ist enttäuscht und mittlerweile total sauer, weil ihr eine Stundenerhöhung in Aussicht gestellt wurde.
Diese bisher aber nicht umgesetzt wurde.
Sie muss der Einrichtungsleitung nicht mitteilen, dass sie enttäuscht und total sauer ist.
Es reicht, wenn sie im Gespräch die Situation objektiv beschreibt.
Stundenerhöhung in Aussicht gestellt, heute noch keine Stundenerhöhung.
Und ihr Bedürfnis äußert.
Sie hat das Bedürfnis nach Klärung und Offenheit.
Wieso hat die Stundenerhöhung noch nicht stattgefunden?
Gibt es vielleicht nachvollziehbare Gründe?
Dieses Bedürfnis irritiert sie und sie bittet um Klärung und Rückmeldung der Einrichtungsleitung.
Ein Beispiel für die lebensentfremde Kommunikation.
Die Erzieherin könnte sich mit folgenden Worten an die Einrichtungsleitung wenden.
Ich bin total sauer. Sie haben mir mehr Stunden versprochen.
Natürlich ist bis heute nichts passiert.
Ich erwarte von Ihnen als kompetente Leitung, dass Sie meine Stundenzahl wie versprochen erhöhen.
Und ein konkretes Beispiel für die gewaltfreie Kommunikation.
Am 12. Januar wurde in unserem Gespräch eine Stundenerhöhung vereinbart, welche noch nicht umgesetzt wurde.
Ich möchte darüber noch einmal mit Ihnen sprechen und die Sache klären.
Können Sie mir dazu weitere Informationen geben?
Beide Kommunikationsbeispiele gehen aus derselben Situation hervor.
Das Konfliktpotential ist aber total unterschiedlich.
Die Grenzen der gewaltfreien Kommunikation.
Unter anderem ist die Anwendung der gewaltfreien Kommunikation abhängig von der Entwicklung und Bereitschaft der Kommunikationspartner.
Da es sich nicht nur um eine bloße, schnell erlernbare Technik handelt,
sondern es eine gewisse Kompetenz an Empathie und realistischem Selbstbewusstsein voraussetzt.
Zusätzlich stellt die gewaltfreie Kommunikation kein überall einsetzbares Wundermittel dar.
Vor allem in sehr emotionalen oder gefühlsbesetzten Situationen kann es schwierig sein,
bewusst über seine innere Haltung zu werden und diese auch noch angemessen zu kommunizieren.
Das Handlungskonzept verlangt also Übung und einen Verinnerlichungsprozess.
Was ist deine Meinung zur gewaltfreien Kommunikation?
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Oder hat dir etwas gefehlt? Hast du Ergänzungen zu dem Thema? Dann schreibe gerne einen Kommentar.
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