Der Weg zur Erfüllung: Raus aus dem Hamsterrad

Dr. med. Ulrich Bauhofer | ganzheitlich gesund
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15 Videoaufrufe·29.12.2024
Erinnern Sie sich noch an diese alte Sparkassenwerbung aus dem Jahr 1995?
Was passiert denn hier genau?
Die beiden alten Schulfreunde kämpfen um den ersten Platz auf dem Statusranking.
Wussten Sie, dass Statusangst zu den Top 3 der zentralen Ängste in modernen Gesellschaften gehört?
Warum? Weil sie tief in unserem Bedürfnis nach sozialer Bestätigung,
Zugehörigkeit und Anerkennung verwurzelt ist.
Natürlich erscheint der rein materialistische Ansatz der 1990er Jahre in diesem Werbespot gestrig
und im Angesichts von Klimawandel und Multikrisen wie aus einer anderen Welt.
Heute empfinden viele Menschen eine neue existenzielle Angst vor sozialer Unterlegenheit.
Aber bei allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die ich sehr ernst und keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen möchte,
hat diese Verunsicherung nicht auch ihr Gutes?
Denn sie zwingt uns, darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist im Leben.
In diesem Video stellen wir heute keine geringere Frage als, was ist eigentlich der Sinn des Lebens?
Worum geht es im Leben denn wirklich?
Die Werber aus den 1990er Jahren haben sich damals eines psychologischen Tricks bedient,
der sogenannten sozialen Vergleichsdynamik.
Was genau ist das?
Darunter versteht man den psychologischen Hintergrund,
warum der Erfolg eines alten Schulfreundes oft emotional stärker wiegt als der Erfolg eines Fremden.
Erstmals beschrieben hat diese Vergleichsdynamik in den 1950er Jahren der Psychologe Leon Festinger
in seiner bahnbrechenden sozialen Vergleichstheorie.
Wenn Sie sich damit intensiver beschäftigen wollen, habe ich Ihnen die Links unten in die Beschreibung gesetzt.
Nach Festinger neigen wir dazu, uns mit Menschen zu vergleichen, die uns ähnlich sind,
insbesondere in Bezug auf Vergangenheit, Ausgangsbedingungen oder Zugehörigkeit zu einer Gruppe.
Alte Schulfreunde repräsentieren für viele einen gemeinsamen Ausgangspunkt.
Dieselbe Schule, dieselben Lehrer, vielleicht sogar dieselben Herausforderungen.
Wenn ein alter Schulfreund plötzlich deutlich erfolgreicher ist,
nehmen wir das oft als indirekten Vergleich mit der eigenen Lebensleistung wahr.
Der Erfolg des Schulfreundes könnte vielleicht unbewusst als Hinweis darauf interpretiert werden,
dass man selbst abgehängt wurde oder weniger aus ähnlichen Chancen gemacht hat.
Bei Fremden fehlt dieser gemeinsame Ausgangspunkt.
Deshalb erscheint uns fremder Erfolg emotional oft weniger bedrohlich.
Auch der Effekt von persönlicher Nähe und geteilten Erinnerungen spielt eine wichtige Rolle.
Die Beziehung zu einem alten Schulfreund ist von Vergangenheit und gemeinsamen Erlebnissen geprägt,
die sich stärker auf das eigene Selbstbild auswirken.
Ein Fremder hat keine solche Verbindung zu unserer Identität, weshalb sein Erfolg eher neutral bleibt.
Kurz gesagt, der Erfolg eines alten Schulfreundes rührt an unserem Selbstbild,
unserem Selbstwert und unserem Selbstbewusstsein.
Denn ganz ehrlich, die meisten Menschen stützen doch ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl
auf äußere Faktoren wie Besitz, beruflichen Erfolg, sozialen Status oder äußerliche Attraktivität.
Und jetzt wird es spannend.
Was bleibt eigentlich, wenn materieller Besitz plötzlich verschwinden würde?
Wenn Güter und gesellschaftlicher Status nicht mehr existierten,
worauf könnten die beiden Männer in diesem Werbeclip dann noch bauen?
Die Antwort, die Essenz unseres wahren Selbst, liegt jenseits aller Äußerlichkeiten,
die mit unserem Selbst rein gar nichts zu tun haben.
Daran knüpft sich gleich die nächste Frage.
Was ist unser Selbst überhaupt?
Im Apollo-Heiligtum von Delphi haben die alten Griechen den Satz in Stein gehauen.
Erkenne dich selbst.
Was ist unser Selbst?
Halten wir schon mal fest, materielle Äußerlichkeiten sind es auf jeden Fall nicht,
denn sie sind viel zu volatil und vergänglich.
Sind wir dann möglicherweise unser Körper?
Bei ihm handelt es sich um eine Ansammlung von etwa 100 Billionen Zellen.
Jede einzelne Sekunde werden davon 7 Millionen ausgetauscht.
Das heißt, jeden Tag produzieren wir 600 Milliarden Zellen neu.
Was bedeutet das?
Wenn Sie morgen früh ins Bad gehen und sich die Zähne putzen,
schaut Sie jemand ganz anderer als der oder diejenige an, die abends ins Bett gegangen ist.
Es ist ein anderer Körper.
Außerdem gesellen sich zu den 100.000 Milliarden Körperzellen, das sind nämlich die 100 Billionen,
noch 100 Mal so viele Mikroorganismen.
Das ist ihr Mikrobiom, also Bakterien, Pilze, Viren.
So betrachtet sind wir mehr Bakterium als Mensch.
Und auch diese Bakterien wandeln sich ja unentwegt.
Unser Körper ist also kein festes, verlässliches Gebilde,
sondern ein sich fortwährend verändernder Prozess.
In Bezug auf unsere Gesundheit ist das eine hervorragende Nachricht,
denn halten wir einen Moment inne und machen wir uns ganz klar.
Wir können in diesem Prozess jeden Tag neu eingreifen.
Wir könnten jeden Tag neu beginnen, etwas Gutes für unsere Gesundheit zu tun.
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habe ich drei Online-Kurse konzipiert.
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Aber wieder zurück zur Selbsterkenntnis.
Wir sollten uns also weder über Äußerlichkeiten wie unser Haus, unser Auto,
unseren sozialen Status oder unser Geld noch über unseren Körper definieren.
Wir haben einen Körper, auf den wir sorgsam achten sollten.
Aber wir sind nicht dieser Körper, denn das Modell von gestern ist nicht mehr das von heute.
Welche weiteren Möglichkeiten bleiben also für unser Selbst?
Sind wir unser Charakter, unsere Persönlichkeit, unser Geist, unser Verstand,
unsere Gefühle, unsere Wünsche, Träume, Pläne, unsere Intelligenz?
Aber all das verändert sich auch permanent im Laufe des Lebens.
Wir entwickeln uns doch weiter.
Hat unser Selbst vielleicht etwas mit der Beständigkeit dieses Entwicklungsprozesses zu tun?
Doch welches Ziel verfolgt dieser Entwicklungsprozess überhaupt?
Von dem griechischen Philosophen Aristoteles stammt der Satz,
der Zweck des Lebens ist die Ausdehnung von Glück.
Dabei unterscheidet er zwischen hedonistischen Freuden und einem tugendhaften, erfüllten Leben.
Das griechische Wort hedone bedeutet Lust, Vergnügen oder Freude.
Man könnte hedonistisch also mit genussorientiert oder vergnügungssuchend umschreiben.
Und da sind wir ganz schnell wieder bei meinem Haus, dem Pferd und der Yacht.
Also den Freuden, die wir im Außen in der Welt der Sinne finden.
Doch ist das wirklich Glück?
Ist ein Mensch notwendigerweise glücklich, der scheinbar alles hat?
Einst kam der Finanzvorstand eines internationalen Konzerns zu mir
und beschrieb mir seine Verfassung mit folgenden Worten.
Ich habe einen super Job, eine tolle Familie,
habe mir gerade ein wunderschönes Haus gebaut mit einem grandiosen Garten,
in meiner Garage stehen drei schnittige Schlitten,
ich verdiene viel Geld und es macht mir nichts mehr Freude.
Dieser Mann hatte das, was man in der modernen Psychologie Erfüllungsglück nennt.
Das bedeutet objektives Wohlergehen und die Erfüllung grundlegender Wünsche
oder den Besitz glücksrelevanter Güter.
Doch er spürte nicht das, was die Psychologen Empfindungsglück nennen.
Also keinerlei subjektiven Gefühle des Wohlbefindens und der Freude.
Und genau hier kommen wir zum Eigentlichen.
Wenn wir Aristoteles folgen und den Zweck des Lebens in der Ausdehnung von Glück erkennen,
dann finden wir es nicht in der Welt da draußen.
Dort, wo die meisten Menschen es fortwährend suchen.
Ja, wenn nicht da draußen, wo denn dann?
Unser deutscher Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe beschreibt es so.
Die beste Freude ist Wohnen in sich selbst.
Wenn wir in uns wohnen, bei uns sind, dann sind wir selbstbewusst, im wahren Sinne.
Dann sind wir uns unseres Selbstbewusst, unseres unwandelbaren Selbst an der Basis unserer Existenz.
Wunderschön, wie es Hermann Hesse beschrieben hat.
In dir selbst ist eine Ruhe und ein Heiligtum, in welches du dich jederzeit zurückziehen und ganz du selbst sein kannst.
Genauso wie das Streben nach Selbsterkenntnis in allen Kulturen verankert ist,
sind auch Meditationstechniken Bestandteil aller spirituellen Traditionen.
Denn sie galten stets als der Weg zur Selbsterkenntnis.
Um es von vornherein klarzustellen, Spiritualität hat nichts mit Esoterik zu tun.
Spiritualität kümmert sich vielmehr um den grundlegenden Bereich des Lebens, unsere Basis, unser Fundament, unser inneres Zuhause.
Meditation ist das Instrument, uns damit zu verbinden.
Meditation wurde in der Vergangenheit meist als eine religiöse Praktik betrachtet,
da sie vor allem in Klöstern zu einem wichtigen Bestandteil mönchischen Lebens gehörte.
Der Begriff Religion hat von seinem Wortursprung her jedoch nicht unmittelbar etwas mit Glauben zu tun.
Er leitet sich von dem lateinischen Wort religare ab, das Zurückbinden bedeutet.
Der eigentliche Zweck einer Religion wäre demnach, den Menschen zurückzubinden.
Die Frage ist, zurückbinden woran?
Darüber könnte natürlich jederzeit eine religiöse oder philosophische Debatte entbrennen.
Aus Sicht einer Meditationserfahrung jedoch ist sofort klar, worum es geht.
Das Zurückbinden an die eigene Basis, an eben dieses Fundament, unsere Essenz, unseren Ursprung.
Diese Erfahrung würde ein Bekenner jeder Religion gleich beschreiben,
ein Hindu ebenso wie ein Buddhist, Christ oder Moslem, aber auch ein Atheist.
Die Erfahrung des Selbst in der Meditation ist frei von Glaubensinhalten.
Es ist die Erfahrung eines Bewusstseinszustands, in dem keine mentale Aktivität mehr stattfindet.
In diesem Moment, wenn die Zeit stillsteht, erfahren wir den Zustand, der im System des Yogas Samadhi genannt wird,
bei den Buddhisten Nirvana, den Zen-Buddhisten Satori.
Die Sufis nennen diesen Zustand tiefster Versenkung Fana, im Islam heißt er Sakina.
Und die Christen sprechen vom Hohen Heiligen Ort oder vom Himmelreich, wenn sie Jesus zitieren.
Diese Erfahrung inhaltslosen, reinen Bewusstseins charakterisieren die Jahrtausende alten Jodhaka-Texte als Sat-Chit-Ananda,
als reines Glückseligkeitsbewusstsein.
Ein grundlos, bedingungslos glücklicher Mensch ist auf völlig natürliche Weise und im wahren Sinne des Wortes selbstbewusst.
Er ruht in sich selbst. Geht es im Leben letztlich nicht genau darum, in unserem Selbst verankert zu sein
und die stille Zufriedenheit und das sanfte Glück zu spüren, das es auszeichnet?
Im Ayurveda wird solch ein Mensch als gesund betrachtet.
Denn Gesundheit heißt auf Sanskrit svasta, sva bedeutet er selbst und sta, verankert sein.
Ein gesunder Mensch ist einer, der in sich selbst verankert ist.
Dieser Zustand beschreibt das Ziel des menschlichen Entwicklungsprozesses,
den Gipfel des Menschseins, wie Paracelsus ihn definiert hat, als er schrieb,
nur die Höhe des Menschen ist der Mensch.
Um unser Bewusstsein in diese Höhen zu heben, hilft uns Meditation.
Sie kennen meine Vorliebe für die transcendentale Meditation, weil sie so einfach, wirksam und praktikabel ist.
Doch auch unsere Ernährung, unser Schlaf, die Bewegung, entgiftende Maßnahmen und unsere ganze Lebensweise tragen dazu bei,
gesünder, energievoller, glücklicher und zufriedener zu sein.
In unserem YouTube-Kanal versuchen wir, all die Faktoren abzudecken, die zu einem gelingenden Leben gehören.
Ich hoffe sehr, dass Sie davon profitieren.
Danke für Ihre Treue, Ihre vielen Kommentare und Anregungen, die mich und unser Team dauernd inspirieren.
Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich Sie nicht alle beantworten kann.
Ich schaffe es einfach nicht, es sind einfach zu viele geworden.
Bleiben wir uns bitte dennoch gewogen.
Ganz herzlich, Ihr Ulrich Bauerhofer.
