Stephan hat sich mit seiner Restaurant-Vinothek in Passau einen Traum verwirklicht. Kann er mit seinem Konzept bei der Konkurrenz punkten? Für den Inhaber des Lokals haben die Mitstreiter eine Prüfung mit der Blindverkostung organisiert. Kann Stephan alle Sorten erkennen?
„Mein Lokal, Dein Lokal“ stellt fünf sympathische Restaurantbesitzer mit ihren Lokalitäten vor und lässt diese gegeneinander antreten - aber nicht auf dem normalen Weg. Die Restaurantbesitzer lassen sich als Gast in vier weiteren Restaurants verwöhnen und nehmen die anderen Betriebe unter die Lupe. Im Gegenzug müssten Sie natürlich auch die anderen Teilnehmer für einen Besuch in Ihren Betrieb einchecken und Ihr Essen und Restaurant testen lassen. Wo der normale Gast in einem Restaurant vielleicht nur auf den vollen Teller achtet, wissen die Profis genau, worauf es ankommt: Geschmack, Service, Atmosphäre, Sauberkeit, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und natürlich das Gesamtkonzept. Außerdem ist der Profikoch Mike Süsser mit an Bord und gibt seine Bewertung ab.
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Tag 2 beim Lokalkampf im Bayerischen Wald.
Heute locken Passau und Stefans Weingut.
Wenn die glauben, dass das Weingut nur für guten Wein steht,
dann haben sich die brutal geschnitten.
Wir werden denen beweisen, dass wir auch sensationell kochen.
Klare Ansage von Stefan.
Aber sehen die anderen Kandidaten das auch so?
Gratulation, es schmeckt beschissen.
Irgendwas ist da drin, das geht gar nicht.
Liegt im Wein die harte Wahrheit?
Passau an der Grenze zu Österreich, das Tor zum Bayerischen Wald.
Doch für eine Woche rückt die Idylle in den Hintergrund.
Beim Koch-Battle
warf am Montag bereits Helmut seine Knödel in den Ring.
Am Mittwoch will Jenny als einzige Frau in der Runde
im Weinbeißel ihre Gäste betören.
Am Donnerstag steht Walter im Feicht seinen Mann
und zieht die Strippen.
Und am Freitag ruft Josef, genannt Sepp,
im Topolino zum großen Finale.
Gestern hat Helmut mit 31 Punkten vorgelegt.
Das ist eine Menge, denn maximal 40 sind drin.
Noch ist in Passau alles ruhig.
Der perfekte Ort, um Seele und Beine baumeln zu lassen.
Helmut, jetzt sind wir in Klein-Venedig.
In der Drei-Flüsse-Stadt.
Schon toll hier.
Ich als Chenipedia weiß, dass sich die 3 Flüsse aufeinander treffen.
Die Donau, die Ilz und der Inn.
Es ist wirklich wunderschön.
Das ist der richtige Ausdruck.
Meinst du, dass Stefan einen Italiener hat?
Der schaut so, möchte gern italienisch aus.
Stimmt, der hat für den Leichen ein Gigolo-Tatschband.
Wie bitte? Wie kommt ihr denn da drauf?
Der liebe Stefan ein Gigolo? Nein.
Stylistisch, wie er sich gestern gezeigt und präsentiert hat,
denke ich schon, dass er was Modernes hat.
Modern, ja.
Stefans Weingut liegt mitten in der Passauer Innenstadt.
Vorhang auf.
Herzlich willkommen bei mir im Weingut in Passau
am Rande des Bayerischen Waldes.
Mein Name ist Stefan Oeller.
Ich würde dir ein Lokal zeigen.
Stefans Lokal ist eine Mischung aus Restaurant und Winothek.
Festes und Flüssiges erfreuen hier die Gaumen.
Das Weingut ist definitiv ein Lebenstraum,
was meinen Beruf angeht.
Das war ganz früh in meiner Lehre als Koch Thema,
wo ich gesagt habe, das gefällt mir, das macht mir Spaß.
Aber ich will da mehr.
Dass ich ganz gerne für meine Gäste direkt da sein möchte.
Nicht nur durchs Zubereiten der Speisen.
Und hab dann eine Sommelier-Ausbildung angefangen.
Und so mein für mich wichtiges Wissen,
was ich wichtig empfunden habe,
angeeignet, um später ein eigenes Lokal zu eröffnen.
Schon mit 10 wollte Stefan Koch werden.
Jetzt ist der Koch und Sommelier in einem.
Jetzt sind wir auch schon im Gastraum, direkt am Weinregal.
Wir haben so 250 Weine, das lebt natürlich.
Es gibt meinen Wein nicht mehr, insofern plus minus 250.
Hat man denn da die komplette Übersicht?
Jein.
Man hat es ein bisschen nach Regionen unterteilt.
Dann ist es nicht schwer.
Dann erkennt man das Etikett.
Insofern ja, beziehungsweise jein, nicht ganz.
Ja, nein, jein.
Hauptsache ist doch, er schmeckt, der Wein.
Einer der teuersten Weine, den finden wir hier oben.
Das ist eine Rotwein-Cuvée aus dem Burgenland, auch aus Österreich.
Man sieht, ein bisschen extravaganter auch designt.
Eine sehr gute Flasche Rotwein.
Was kostet die Pulle?
Die liegt bei 150 Euro in der Wiener Thek
und 180 im Lokal.
Vom Konzept her ist das Weingut nicht nur ein Restaurant
im herkömmlichen, klassischen Sinne.
Sondern wir sind eine Weinbar und wir sind genauso eine Winothek.
D.h., bei uns kann man den Wein auch kaufen,
den man hier getrunken hat, wenn man ihn für zu Hause haben möchte
oder verschenken möchte oder wie auch immer.
Somit ist ein kommunikatives Lokal entstanden,
das zur Späterstunde eine Bar wird.
Die Korken knallen also direkt neben der Küche.
Knorke.
So, dann sind wir jetzt hier in unserer Küche.
Ein weiteres Herzstück, ein ganz wichtiger Ort vom Weingut.
Unsere 3 Jungs arbeiten hier schon ganz fleißig.
Zum einen hier der Ischam, mein Küchenchef, unser Küchenchef,
der zum Namen vielleicht ganz kurz dazu zu sagen aus Marokko stammt.
Aber ich sage immer niederbayerischer Marokkaner zu ihm,
weil er perfekt Bayrisch spricht.
Dann haben wir als Zweites hier den Michael.
Der Michael ist die rechte Hand vom Ischam
und vertritt ihn, wenn der frei hat oder im Urlaub ist.
Und nicht zuletzt zu erwähnen ist noch der Michi.
Der Michi ist unser Jungkoch und lernt ganz viel von den beiden,
hat sicher auch schon viel gelernt und rundet das Team perfekt ab.
Und was kochen die 3 wackeren Burschen?
Wir kochen eines der Gerichte, das bei uns am meisten bestellt wird.
Wir haben ein paar Gerichte auf der Karte,
die eigentlich mehr oder weniger bis auf kleine Erinnerungen
so auf der Karte bleiben.
Das ist ein Filet vom Rottaler Jungbullen.
Da kriegen wir das Topf Fleisch von einem guten Freund von mir.
Der lagert das immer für uns perfekt ab.
Das ist hier aus der Nähe, aus dem Rottal.
Wir werden jetzt das Rinderfilet anbraten, vorher würzen.
Ich werde ganz kurz meinen Jungs hier das Feld überlassen,
weil die Küche, wie ihr alle seht, nicht so groß ist.
Also ran an die Buletten, äh, den Jungbullen.
Das Rinderfilet wird so verwendet und unter die Bohren schließen.
Ischam aus Casablanca schaut dem Filet tief in die Augen.
Praktisch kann ich es schon schicken als Reh, das Rinderfilet.
Beim Medium brauche ich es zum Anziehen,
da tue ich die Kräuter rein.
Dann fühlt sich das Fleisch gleich nicht so nackt.
Unsere Küche ist eigentlich relativ einfach zu erklären.
Wir haben eine sehr knapp gehaltene kleine Karte.
Die ist zum einen saisonal, zum anderen auch regional geprägt.
Ansonsten kann man vielleicht sagen, ein leicht mediterraner Einschlag.
Wir haben gestern schon unser Ratatouille-Gemüse vorbereitet.
Das besteht aus Zucchini, Aubergine, Paprika, Rot und Gelb.
Dann haben wir Schalottenwürfel mit drin, Knoblauch ist mit drin.
Das Ganze wird in Olivenöl schön angeschwitzt.
Dann wird das mit ein bisschen Cherry und Weißwein abgelöscht
und leicht tomatisiert.
Tomatisiert, danach wird das Ganze topfisiert.
Kartoffel-Beck-Käsekuchen dazu.
Der wird am Vortag auch frisch gebacken.
Man sieht die Kartoffelstücken noch ganz drinnen.
Kartoffeln? Ich dachte Käsekuchen.
Inwieweit es ein Käsekuchen ist, man kann es hier sehen,
dass in der Mitte eine Käseschicht eingelegt ist.
Dann wird das Ganze gebacken.
Wenn der jetzt fertig gebacken, also wieder erwärmt ist im Ofen,
sieht man, dass der Käse da schön langsam rausläuft
aus der Mitte, aus dieser Struktur raus.
Kurzum ein kartoffeliger Käsekuchen.
Was macht Ischam?
Zu den Grundsoßen, was wir im Betrieb haben,
haben wir so eine weiße Soße aus Weißwein
und ein bisschen Sahne, ein bisschen Milch.
Die weiße Soße geben wir zum Fisch, zum Nudeln.
Und ein bisschen, weil wir den Käse kochen,
das schadet nichts, wenn wir schauen,
ob der Käse noch saftiger und erfrischender ist.
Hier haben wir unseren fertigen Kartoffelkuchen.
Wie man sehr schön erkennen kann, ist der Bergkäse,
den wir eingearbeitet haben, sehr schön zerlaufen drin.
Jetzt würden wir das Ganze auf den Teller anrichten.
Dazu brauchen wir einen Teller.
Klingt logisch. Erst tomatisiert, dann topfisiert.
Jetzt wird das Ganze sozusagen tellerisiert.
Ja, sieht gut aus. Wirklich gut.
Liebe Kollegen, wir werden euch das Leben schwer machen,
weil wir ein geiles Team sind, weil wir geil kochen,
sensationelle Weine haben und ein wunderschönes Lokal.
Und weil wir total auf das stehen, was wir machen.
Stefan war schon Barkeeper auf Mallorca
und Küchenchef in einem Golfklub.
Doch trifft er auch im Weingut ins Schwarze?
Jetzt sind wir da.
Guten Morgen.
Servus.
Wie gehts?
Bist du fit?
Ich bin fit. Ich hab schon geschlafen.
Alles gut?
Ich darf euch in meinem Weingut herzlich willkommen heißen.
Mitten in Passau.
Ich hab noch ein bissel was zu erledigen heute.
Ihr dürft gerne meine Mitarbeiter löchern.
Bitte drangsoliert es nicht zu stark.
Wenn ihr eine Flasche Weihnachts macht,
vielleicht unter 200 Euro bleiben,
dass ihr auf meinen Geldbeutel schaut.
Ich wünsch euch viel Spaß. Bis später.
Servus.
Wie immer top gekleidet, top gestylt.
Dress man.
Angespannt, aber nicht unbedingt nervös.
Ja, schön, wie wir es gesagt haben.
Gut Wein.
Gut Wein gibt es bestimmt auch.
Wenn die glauben, dass das Weingut nur für guten Wein steht,
dann haben sich die brutal geschnitten.
Wir werden denen beweisen, dass wir sensationell kochen.
Ja, ja.
Aber erst mal können sie den Flaschenhals nicht voll genug kriegen.
Ui, schön.
Wein und gut.
Viel Wein.
Schöne Bar, das reicht für heute Abend.
Das reicht für heute Abend.
Man sieht sofort das Hauptthema in dem Laden.
Das ist eben der Wein.
Das spiegelt sich überall wieder an.
Ich würde gern beim Wein bleiben.
Ich bleib bei dir.
Danke.
Keine Diskussion, so wird es gemacht.
Schau mal, das ist der Wein des Monats.
Den müssen wir unbedingt probieren.
Das ist eine junge Winzerin.
Die hat das Weingut ihrer Eltern übernommen.
Auf den freue ich mich schon.
Auf den Wein des Monats kommt man bei Verkostungen.
Weine, die man von der Preis-Leistung her sensationell findet.
Dann spielt auch die Sympathie zum Winzer eine Rolle.
Nicht bei jedem Wein, aber bei dem auf alle Fälle.
Die Ingrid hab ich auch schon kennenlernen dürfen.
Dann hat man einen anderen Bezug.
Da liegt eine Karte.
Da können wir mal schauen, wie es preislich ausschaut.
Lass uns mal reinschauen.
Was haben wir denn da Feines?
Besonderheiten und Raritäten.
Da schaut es schon ein bisschen anders aus.
Da ist ein ganz anderes Segment drin.
So ein Sassicaia hab ich auch schon mal getrunken.
179 Euro.
Das ist eine andere Liga.
Der Preis ist so üblich.
Ich find die toll.
Schweiz Pinot Noir Daniel Gantenwein, Graubünden.
185, 145.
Schweiz ist immer ein bisschen teuer beim Wein.
Gegenüber die anderen.
Ich find das Angebot extravagant.
Er hat von allem, was er bei hat, Schaumweine dabei.
Er hat sämtliche Geschmacksrichtungen dabei.
Er trifft eigentlich jeden Gaumen.
Ich freu mich drauf.
Ich bräuchte heute Abend gar nichts zu essen.
Mir würde eine Weinverkostung heute Abend reichen.
Es gibt 2 Typen Weintrinker.
Welche tun so, als ob sie es wissen.
Ich denke, er ist einer, der es weiß.
Am besten feststellen kann man das bei einer Blindverkostung.
Dass wir heute Abend damit fangen können.
Wir müssen aber fair bleiben.
Stefan sollte sich trotzdem schon mal warm anziehen.
Erst mal geht es in der Küche weiter.
Hallo, grüß dich.
Da sind wir schnucklig.
Es ist gemütlich. Ich bin der Sepp.
Ich hab hier eine gemütliche Küche.
Berührungsängste darf man nicht haben.
In der Küche nicht, aber es macht Spaß.
Man muss sich sehr organisieren.
Was machst du da?
Ich mach heute Beef Tartare vom Rottaler Jungbullen.
Wir haben das Filet auf der Karte stehen.
Wir verwenden die Filetspitzen und Köpfe.
Für das Beef Tartare.
Und für das Stroganoff, was wir auf der Karte haben.
Wieso schneidest du das?
Ich kenne Tartare nur vom Fleischwolf, beim Metzger.
Du hackst es in Würfelchen.
Was ist da der Unterschied?
Wenn ich es durch den Fleischwolf drehe, geht es schneller.
Von der Fleischstruktur her, vom Biss her,
ist es anders, als wenn ich es schneiden würde.
Was kostet das Beef Tartare auf der Karte?
Habt ihr das als Vorspeise?
Wir haben es als große Portion und als kleine Portion.
Wir hätten da die Speisekarte, wenn ihr reinschauen möchtet.
Die kleine Portion kostet 10 Euro.
Die große Portion liegt bei 15 Euro.
Die Preise sind nicht ohne.
Aber wenn es schmeckt, ist es okay.
Die Speisekarte ist übersichtlich.
Ich denke, für die Küche angepasst, nicht so viele Gerichte.
Das würde man nicht schaffen,
wenn du da einen Katalog hättest an Speisen.
Sondern wirklich ausgesucht.
Ich denke, dass das für das Lokal passend ist.
Da kommt es auf die Qualität an, nicht um die Quantität.
Wenig ist oft mehr. Das setzt der Stefan ganz gut um.
Zu dem Thema Klemmbretter würde ich Stefan empfehlen,
wenn er den anderen Untergrund mit einer Weindeko hinterlegt.
Auf dem Klemmbrett mit einer Folie gearbeitet.
Das wäre ein kleiner Tipp,
dass er das zu 100%-igkeit hinbekommt.
Wie würzt ihr das?
Ganz klassisch oder habt ihr da auch
speziell auf Wein getrimmte Rezeptur?
Wir machen es ganz klassisch.
Wir haben unsere sog. Beef-Marinade schon vorbereitet.
Wir haben Ketchup, Sardellen, Kapern,
das Ganze wird gewürzt mit Salz, mit Pfeffer,
mit Cognac wird das Ganze abgeschmeckt.
Ein bisschen Tabasco kommt mit rein.
Essiggurken sind mit drin.
Das wird alles fein gehackt.
Wird dann mit Ketchup und Senf verrührt.
Wird so abgeschmeckt.
Jetzt noch das Feintuning.
Dann mache ich euch mal 2 Proben,
damit wir das mal probieren können,
was wir den anderen Gästen auch anbieten.
Das Tartar ist fertig.
Darauf hatten die 2 doch die ganze Zeit gewartet.
Endlich.
Dann probieren wir das mal zum Testen.
Sehr schön. Lecker.
Appetitlich aus.
Aussehen ist das eine, aber schmeckt es auch?
Wie ist das Tartar vom Jungbullen?
Sehr lecker.
Absolut stimmig.
Gerade bei einem sehr hochwertigen Tartar
bin ich kein Freund von Ketchup.
Aber in dem Fall hat es gut gepasst.
Zurück zu Jenny und Helmut in den Gastraum.
Was habt ihr da jetzt entdeckt?
Das ist alles der Stefan, oder?
Alles der Stefan, ja.
Jetzt schauen wir hin.
Die müssen wir uns noch mal anschauen hier oben.
Die schauen ja toll aus.
Ja, schöne Schnappschüsse.
Oder schießt Stefan damit übers Ziel hinaus?
Die ist ja cool, das gefällt mir.
Da bin ich nicht so einverstanden.
Da veräppelt er die bayerische Kultur.
Findest du?
Ich als passionierter Jäger und bayerischer Kulturliebhaber,
das geht nicht.
Findest du?
Ich finde es schon gelungen.
Der Hund hat ja Angst, wenn er den Fassaden sieht.
Das passt nicht.
Ich finde es ganz witzig,
weil er hat in jedem Bild Harran Wein mit drauf.
Da merkt man, der steht zu seinem Laden,
der lebt seinen Job, das ist toll.
Toll geht es auch in der Küche weiter.
Doch selbst kritischem und eiskaltem Blick entgeht nichts.
Aber jetzt hast du ja den Fisch im Wasser liegen.
Das ist ein Crash-Eis, wird immer gewechselt.
Dann wird das Wasser wieder weggeschüttelt.
Praktisch einfach unterm Eis.
Ja, wenn du aber ein Gitter reinlegen würdest,
dass der Fisch auch unterliegt.
Die machen wir im Kühlschrank.
Dass das Wasser runterdrückt.
Das wäre schade, der tolle Fisch, der gewässert wäre.
Ich werde das mit in die Bewertung einfließen lassen.
Oh, hier schmelzen Punkte dahin.
Max, servus.
Servus, ich bin der Helmut.
Du, Max.
Der Stefan ist schon ziemlich eitel, oder?
Ja, so kann man das sagen.
Er ist sehr auf sich bedacht.
Das ist ganz normal.
Wir haben dahinten eine Bilderwand von ihm gesehen.
Da ist er in jeder Pose drauf.
Was hat das zu bedeuten?
Das hat damit auf sich, dass wir unseren Wein des Monats haben.
Der Wein des Monats hat immer verschiedene Motive
und auf den Wein abgestimmt.
Jedes Bild hat eine Geschichte für sich,
um den Wein besser anzubreiten, besser zu verkaufen.
Das ist der eigentliche Sinn.
Ich denke, heute Abend wird Stefan ein schweres Geschütz auffahren.
Ich gehe davon aus, ich bin mir sicher.
Der Abend kommt, die Gäste auch.
Während es über Passau langsam dämmert,
wird es ernst für Stefan und sein Team.
Servus.
Hallo, Stefan.
Dass wir uns heute Abend hier sehen,
dass ich euer Gastgeber sein darf.
Ich darf euch ganz kurz den Max vorstellen.
Der Max ist meine rechte Hand im Service im Weingut
und wird heute Abend mit mir gemeinsam für euch den Service machen.
Besser eine rechte Hand als zwei linke.
Dann darf ich euch noch zur Auswahl die Weinkarte umzuschließen.
Ich würde euch gerne mit Raffenthal zur Seite stehen
und euch was empfehlen auf Wunsch.
Vielen Dank.
Stefan, ich hätte noch eine Frage.
Wir haben heute die Küche inspiziert, Walter und ich.
Da ist mir aufgefallen,
dass der Fisch schön auf Eis gelagert war, in der Schublade auch.
Aber im Wasser lag er.
Da hätte ich gedacht, als Verbesserungsvorschlag,
dass man den Fisch vielleicht auf dem Gitter legen würde,
dass das Wasser sauber abtropfen kann.
Man kann ihn natürlich auch sauber abschütten.
Der Fisch wird in der Schublade aber noch mal mit dem Eis gekühlt.
Wollte ich dir noch mal sagen, ob du das aufnimmst?
Auf alle Fälle ist es ein Verbesserungsvorschlag.
Wir lagern den normalerweise dort nicht,
sondern haben den nur ganz kurz vom Service als Bestückung.
Der ist normalerweise in der Kühlung gelagert.
Da lagert er auf einem Abtropfgitter.
Normalerweise sollte er nicht im Wasser liegen.
Wenn man kurz vom Service rübermacht,
entsteht nicht so schnell Schmelzwasser.
Aber das nehme ich auf alle Fälle.
Das werden wir so besprechen.
Es kam so rüber, dass du gesagt hast,
das werde ich auch machen oder könnte ich annehmen.
Wir versuchen immer, das Beste zu machen
und hygienisch und sauber zu arbeiten.
Das machen wir auch.
Insofern ist das eine absolute legitime Frage
und auch ein legitimer Vorschlag von Sepp.
Das soll es dann aber erst mal auch gewesen sein mit dem Gemecker.
Oder besser mit den Vorschlägen.
Ich hoffe, die Apparatif schmecken euch.
Habt ihr schon ein bisschen Hunger bekommen?
Ich würde vielleicht mit der Bestellung bei dir starten.
Ich hätte gerne das Beef Tartare in klein.
Einmal kleines Beef, jawohl.
Dann als Hauptgang gerne die Rinderfiletspitzen Stroganoff.
Bescheidenheit? Nein, danke.
Die Gäste bestellen sich einmal durch die komplette Karte.
Habt ihr denn auch in der Weinkarte ein bisschen gesucht
oder möchtet ihr gerne eine Empfehlung von mir zu einem Gericht?
Also Stefan, ich habe mich überhaupt nicht in der Weinkarte
da schlau gemacht, sondern ich verlasse mich komplett auf dich
und wäre deiner Empfehlung da gefolgt.
Gerne, gerne. Also gar keine Beratung vorab?
Du vertraust mir voll und ganz?
Ja, ich vertraue dir komplett.
Bei meiner Lachsforelle hätte ich doch gerne einen roten.
Das ist natürlich nicht ganz typisch zum Fisch.
Ich hätte dir was Südfranzösisches angeboten,
das hat ein bisschen Tannin, aber nicht so viel.
Das ist schön saftig und ein bisschen trockener,
also nicht so breit, weil sonst erschlägt es den Fisch.
Ja, ich lasse mich überraschen.
Die Weinempfehlung, also sehr professionell,
zwar sehr blumenreich, ihr könnt ihm stundenlang zuhören.
Vielen Dank für eure Auswahl und wir machen jetzt das Werk.
Meine Kollegen haben eigentlich durch die Bank
alles ein bisschen bestellt von der Karte.
Ich bin zufrieden mit der Bestellung.
Unsere Karte ist ja nicht ganz so groß,
weil wir alles frisch und selber machen.
Keine große Herausforderung, sondern eigentlich genau die Gerichte,
die wir auf die Karte geschrieben haben und die wir gerne kochen.
So, Jungs, Bonneu, Tisch 1.
Einmal Thunfisch-Sevice, einmal die Kürbisschaumsuppe.
Und so weiter und so weiter und das Ganze natürlich zack, zack.
Dann geben wir Gas, Jungs, auf geht's.
Auf geht's, Männers, jetzt heißt es klotzen statt kleckern.
Hokkaido, die kann man eigentlich mit Schale kochen.
Das sind Essig, Öl, Wacholder, Loberblätter, Nelke, Sternanis,
Zimt, Zucker, Salz.
Dann legen wir das ein und wir geben dazu,
wir haben die Pfannkuchen mit Hokkaido-Frischkäse-Füllung.
Was man nicht alles aus Kürbis machen kann.
Hier kommt ein Sorbet.
Ein Sorbet aus Kürbis?
Das ist Basis von der Orangen- und Hokkaido-Kürbis.
Der Helmut und ich haben uns ja heute was Tolles ausgedacht.
Stefan hat ja doch ein Riesen-Know-how und wir haben uns gedacht,
wir machen heute mal so ein Wicken-das-Situation.
Und überlegen wir uns mal, werden wir ihm 3 Weine präsentieren,
ob er die auseinanderkennt.
Und ob er ihm sagen kann, was er für einen Wein trinkt.
Jenny und Helmut packen Stefan bei seiner Berufsehre.
Wird der Sommelier alle Weine erkennen?
Dann probieren wir mal den 1. Wein.
Schauen wir mal.
Da haben wir von der Farbe her nicht so sehr viel.
Man kann es eh sehen, es ist relativ durchsichtig.
Also eine ganz leichte hellgelbe Färbung.
Dabei ist es Papier, um die Farbe des Weins besser zu erkennen
und um das ein bisschen unverfälschter zu machen.
Daran kann man Alter oder Alkoholgehalt,
Kräftigkeit oder auch die Rebsorte zum Teil bestimmen
in Verbindung mit Nase und Gaumen.
Auge, Nase, Gaumen. Und was sagen sie ihm?
Ich glaube, das sind Gründer, denen ich aktuell ganz gut kenne.
Ich glaube, dass mein Wein das Monats ist, von der Ingrid Preuss.
Perfekt.
Es wäre schlimm gewesen, wenn ich den nicht erkannte.
Es wäre schlimm gewesen.
Einstieg geglückt. Vielleicht nur ein Glückstreffer?
Am 2. Wein sieht man schon, dass er ein bisschen mehr Färbung hat.
Auch nicht so intensiv, aber ein leichtes Strohgelb schon fast.
Ich bin mir da eigentlich relativ sicher,
dass wir ein Riesling haben.
Hervorragend.
Ein Riesling aus der Mosel.
Das letzte Glas.
Das könnte jetzt aus der Steiermark z.B.
was nicht so kräftiges Burgundisches sein,
also ein leichter Grauburgunder in der Richtung.
Das könnte es sein.
Du liegst nicht schlecht, Stefan.
Mit Burgunder bist du schon gut dabei.
Perfekt.
Auf alle Fälle.
Respekt, Respekt.
Unter der Drucksituation, wenn die Kollegen gegenüberstehen,
bin ich schon sehr zufrieden.
Ich würde sagen, der hat es drauf.
Alles richtig, Stefan, das schafft nicht jeder Weinkenner.
Die Stimmung ist gerettet.