📗 Das neue große Abnehm-Buch von Dr. med. Petra Bracht und Prof. Dr. Claus Leitzmann ist jetzt überall im Handel erhältlich. Hier kannst du es direkt bestellen: https://lie-br.com/klartext-abnehmen-bestellen-yt Dr. Markus Keller und ich sprechen heute über das Thema Eiweiß und Proteine im Zusammenhang mit veganer Ernährung. Wir klären die Frage, wie man als Veganer seinen Proteinbedarf am besten decken kann und sprechen über allerhand Mythen, die im Internet kursieren. Viel Spaß!
📚 Schaue dir jetzt unser neuestes Buch "Gesundmacher Intervallfasten" an und lasse dich von tollen Rezepten und Tipps für deine Gesundheit inspirieren: ► https://lie-br.com/yt-gesundmacher-intervallfasten
💬 𝙈𝙀𝙄𝙉𝙀 𝙑𝙄𝙎𝙄𝙊𝙉: "In meiner Vision sehe ich Menschen, die wissen, wie sie leben sollten, um gar nicht erst krank zu werden, die lernen und erleben, wie sie wieder gesund werden können, welche Art zu leben zu welchen Ergebnissen führt, die aufgrund dieses Wissens in eigener Verantwortung ihren `inneren Arzt` aktivieren können. Die Herausforderung dabei ist es, den Menschen die Informationen zu liefern, die dazu befähigen.
Eine von mir angestrebten Medizin bedient sich aller Wissensressourcen aus Naturheilkunde, Schulmedizin und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, mit einer besonderen Ausbildung zum „Arzt für logische Medizin“."
Inhalt: 00:00 Ist Fleisch die beste Eiweiß-Quelle? 01:10 Essen Veganer zu wenig Eiweiß? 04:10 Wozu brauchen wir Eiweiß? 08:00 Pflanzliche Eiweißquellen 10:10 Ist Soja ungesund? 13:00 Linsen 14:52 Wie viel Protein brauchen wir? 20:45 Lektine
Und wenn ich die kombiniere, dann habe ich eben auch meine Aminosäuren schön kombiniert
und bin eben auf einem super Protein-Niveau, was die Eiweiß-Qualität betrifft.
Hallo ihr Lieben, ich kann euch sagen, dieses Thema ist ein sehr heißes Thema,
weil wir haben nämlich schon vor dem Dreh jetzt richtig diskutiert.
Und wir haben halt gedacht, vielleicht können wir auch so mal ein bisschen streiten,
was dieses Thema anbelangt.
Es geht nämlich um Eiweiß. Wer hätte das gedacht?
Und ist jetzt Fleisch die beste Eiweißquelle?
Ich sage natürlich nein.
Dann kommst du schon wieder an und sagst, nee, da muss man genauer hingucken.
Ist das so?
Er im Übrigen ist Dr.
Markus Keller, ein wirklich bekannter Ernährungswissenschaftler.
Und ich freue mich, dass du da bist.
Außerdem hat er einen eigenen YouTube-Kanal, der heißt so wie du.
Dr.
Markus Keller ist unten verlinkt.
Er freut sich über Abonnenten und Likes und überhaupt.
Wie ich mich natürlich auch freue.
Aber zurück zu diesem heutigen Thema.
Es heißt ja immer, dass die armen Veganer viel zu wenig Eiweiß bekommen
und dass deswegen Veganismus oder vollwertig
pflanzlich ernährte Menschen unterernährt sein mit Eiweiß.
Und darüber reden wir heute liebevoll miteinander.
Vielleicht stimmen wir auch nicht immer absolut überein.
Aber ich glaube, am Ende gibt es schon ein ganz klares Ergebnis.
Okay, also wie sieht denn das aus?
Was ist mit Veganer oder mit den vollwertig ernährten pflanzlichen
Menschen, pflanzlichen Menschen?
Also ihr wisst schon, was ich meine.
Haben die genügend Eiweiß oder nicht?
Auch da würde ich jetzt wieder als Wissenschaftler.
Kommt drauf an sagen.
Ja, dann sag doch.
Aber tatsächlich ist es bei den meisten überhaupt kein Problem.
Zumindest das, was wir aus den Studien sehen.
Die meisten Veganer und Veganerinnen
nehmen genug Eiweiß mit den Lebensmitteln zu sich.
Es gibt ein paar Ausnahmen.
Wir können ja mal die Negativbeispiele vielleicht am Anfang gleich mal abhaken,
sozusagen.
Das sind dann oft junge Frauen, junge Veganerinnen,
die insgesamt aber sehr wenig essen.
Ich weiß das noch von meiner Hochschulzeit.
Meine Studentinnen, es waren überwiegend junge Frauen,
die diesen Studiengang Vegan Food Management studiert haben,
die teilweise wirklich sehr wenig gegessen hatten.
Die haben auch Ernährungsprotokolle geführt
und wir haben das dann alles zusammen mal angeschaut und eben auch geguckt.
Wie ist denn die Eiweißzufuhr?
Und die war bei manchen tatsächlich sehr niedrig.
Dann war aber gleichzeitig auch Energie, Kalorien sehr niedrig und andere Nährstoffe.
Das ist dann eigentlich selbstverständlich,
dass es dann auch da vielleicht ein bisschen zu wenig sein kann.
Manchmal liegen da auch noch Essstörungen dabei.
Das muss man alles so mitdenken.
Aber in der Gesamtheit der Veganer und Veganerinnen,
wir reden ja erstmal von Erwachsenen,
sehen wir in den Studien das Eiweiß, das Protein,
in den neueren Studien zumindest.
Das ist kein Problem, was die Menge betrifft.
Vielleicht sogar könnte man sagen,
sie liegen sogar in einem sehr guten Bereich,
weil sie eben weniger Protein zuführen als die meisten,
die eine Mischkost mit Fleisch, Wurst und Fisch essen.
Und dann am nächsten an den Empfehlungen tatsächlich liegen.
Das heißt, es gibt durchaus Menschen, die zu viel Eiweiß zu sich nehmen.
Zu viel kann man auch nicht so richtig sagen,
sondern sie essen mehr als sie müssten,
mehr als empfohlen wird.
Und es gibt schon Hinweise, dass das vor allem ins tierisches Protein ist.
Bei pflanzlichen gibt es das nicht.
Aber bei tierischem schon Hinweise,
dass das für die Gesundheit bei verschiedenen Erkrankungen eben nicht günstig ist.
Finde ich auch unglaublich spannend,
dass es da tatsächlich einen Unterschied gibt
zwischen pflanzlichem Eiweiß und dem tierischen Eiweiß.
Dass pflanzliches Eiweiß, auch wenn es in einer zu hohen Größe zugeführt wird,
keine negativen Nachteile hat, im Gegensatz aber tierisches Eiweiß.
Nichtsdestotrotz Eiweiß, warum ist das eigentlich überhaupt so ein wichtiges Thema?
Wozu brauchen wir Menschen Eiweiß?
Weißt du es?
Du weißt es, du kannst es jetzt mal sagen.
Und vielleicht kann ich auch noch das eine oder andere dazu sagen.
Weil Eiweiß ist wie ein Baustein hier in so einer Wand.
Also das ist eigentlich das, was Eiweiß für den Menschen bedeutet.
Das heißt, wir brauchen Eiweiß auf jeden Fall.
Ja, also es ist ein essentieller Bestandteil von unserer Nahrung.
Und der Fachbegriff lautet ja Protein, kommt aus dem Griechischen.
Da steckt eine Wurzel hin, Proteus.
Und das heißt so viel wie an erster Stelle.
Das heißt, man hat früher in der Ernährungswissenschaft,
als das losging, so im 19. Jahrhundert, vor allem Richtung Eiweiß geguckt.
Fettkohlydrate, die brauche ich tatsächlich nicht unbedingt.
Mit ein paar, sage ich mal, kleinen Ausnahmen.
Essentielle Fettsäuren zum Beispiel, aber Protein muss ich zuführen,
weil ich da diese Eiweißbausteine, die Aminosäuren,
manche von denen eben nicht selber herstellen kann.
Und da ist es jetzt eben wichtig, das zu kombinieren,
dass man eben nicht nur nach der Menge schaut,
wie viel Eiweiß führe ich denn zu, sondern wie ist das zusammengesetzt?
Wir sagen dann Proteinqualität.
Und das zusammen betrachtet, das ist dann sozusagen das,
worauf man achten muss.
Also ihr braucht jetzt keine Panik zu kriegen.
Es wird jetzt nicht noch weiter schwierig,
weil wenn ich da so höre, meine Güte, ich muss jetzt gucken,
wie sich die einzelnen Eiweißen noch zusammensetzen.
Welche Aminosäuren sind denn jetzt da?
Es gibt acht oder neun essenzielle Aminosäuren,
die wir eben nicht selbst herstellen können.
Die müssen wir durch die Nahrung aufnehmen.
Aber da gibt es ganz, ganz einfache Lösungsmöglichkeiten.
Also tief durchatmen.
Und wenn ihr nur Fleisch essen würdet,
dann würden euch auch Aminosäuren fehlen.
Mitunter.
Aber wir haben noch nicht gesagt, wofür wir Eiweiß brauchen.
Das stimmt.
Ich bin gleich wieder ganz woanders gelandet.
Aber dann fassen wir das auch mal kurz zusammen.
Also Eiweiße sind in jeder Körperzelle.
Es sind einmal Bausteine, Kollagen zum Beispiel.
In der Haut oder im Bindegewebe, das sind Eiweißbausteine.
In den Muskeln sind Eiweißbausteine,
die dafür sorgen, dass wir die Muskeln zusammenziehen können.
Die ganzen Abwehrstoffe, Antikörper, das sind Eiweiße.
Enzyme, die dafür sorgen, dass Reaktionen im Körper ablaufen,
das sind Eiweiße.
Bei der Verdauung brauchen wir Eiweiße.
Botenstoffe, also Eiweiße sind hormonelle Systeme überall.
Die sind überall und eben sehr, sehr wichtig.
Du bist ein Eiweiß.
Sozusagen.
Noch mehr bin ich allerdings Wasser.
Das stimmt, genau.
Sollten wir zumindest sein, ja.
Das ist richtig.
Aber wir wirklich bestehen zu einem ganz großen Teil aus Eiweiß.
Und deswegen ist das auch immer dieses wahnsinnsgehypte Thema.
Wobei man mittlerweile auch weiß, dass es noch andere Themen gibt,
die sind mindestens genauso wichtig.
Aber nichtsdestotrotz, heute wollen wir aufklären mit diesem Mythos,
dass es absolut notwendig ist,
tierische Quellen für Eiweiß zu uns nehmen zu müssen,
um genügend zu haben.
Weil das stimmt definitiv nicht.
Denn es gibt wunderbare pflanzliche Eiweißquellen.
Und das weiß man auch schon lange.
Aber die Kunde setzt sich doch relativ langsam durch.
Vegetarisch, das heißt, dann wäre ja immer noch tierische Eiweiße,
wie Milchprodukte, Eier mit drin.
Das ist ja inzwischen anerkannt, okay.
Aber wenn es dann rein pflanzlich wird,
dann haben viele auch aus der Wissenschaft immer noch Probleme.
Aber das ist eher was im Kopf als faktenbasiert.
Das muss man ganz klar sagen.
Dennoch, wir haben viele, viele pflanzliche Eiweißquellen.
Die da wären, Marco.
Die Hülsenfrüchte, die sicher vielen sofort einfallen.
Erbsen, Bohnen, Linsen, das sind tolle Eiweißquellen.
Nein, die fallen eben nicht vielen ein.
Die fallen uns natürlich ein, weil wir wissen,
aber schau mal draußen,
wie viele Menschen essen denn wirklich Hülsenfrüchte.
Und ich finde es immer ganz traurig,
weil zum einen sind die günstig.
Die sind super genial auch für die Umwelt.
Die sind super genial für uns, für unsere Darmbakterien.
Die sind einfach nur super genial.
Und früher waren ja Hülsenfrüchte,
das Essen von armen Menschen.
Und deswegen hat es, glaube ich, immer noch diesen Beigeschmack.
Ich weiß es nicht, aber das muss sich ändern.
Und deswegen auch an erster Stelle als Eiweißlieferant
tatsächlich die Hülsenfrüchte.
Und eine ganz wichtige Hülsenfrucht ist,
die wirklich richtig viel Eiweiß hat.
Ähnlich viel wie auch tierische Eiweißquellen ist die.
Ja, einmal wie Sojabohne tatsächlich.
Soja hat einen sehr hohen Eiweißanteil.
Und wichtig ist eben eine sehr hohe Proteinqualität.
Das ist dann wieder die Ausnahme.
Die anderen Hülsenfrüchte haben auch viel Eiweiß.
Aber die Proteinqualität heißt,
die Zusammensetzung von diesen essentiellen Aminosäuren,
die ist eben anders oder nicht so optimal,
wie jetzt eben bei der Sojabohne.
Deswegen ist Soja von der Proteinqualität,
Eiweißqualität auf gleicher Ebene sogar besser als Rindfleisch.
Gleiche Ebene wie Ei, wie Milch.
Und das heißt ja nur,
je ähnlicher diese Bausteine in diesem Lebensmittel,
die Eiweißbausteine im Lebensmittel, unserem Körpereiweiß sind,
unserem Körperbedarf oder diesen Bausteinen,
umso höher ist die Proteinqualität,
umso weniger brauche ich davon, um meinen Eiweißbedarf zu decken.
So ist das gedacht.
Ja, also Soja absolut.
Und es gibt ja auch noch Leute, die denken,
dass Soja gefährlich sei, ungesund sei.
Wollen wir gerade dazu noch was sagen?
Und dann kommen wir noch zu einer anderen Hülsenfrucht,
die auch sehr sinnvoll ist und die ihr ausprobieren müsst.
Aber jetzt kurz noch mal zum Thema Soja.
Soja sei schlecht immer noch.
Ich kriege immer noch diese Anfragen oder auch Patienten,
die zu mir kommen, beispielsweise Patientinnen mit Mama,
also mit Brustkrebs, die sagen, um Gottes Willen,
Sie können doch keinen Soja empfehlen.
Was ist da eigentlich los?
Ja, diese Geschichten und Mythen gibt es ganz stark im Internet.
Und wir haben uns da auch viele Dinge angeguckt
und vor allem auch die Studienlage.
Und es ist im Gegenteil der Fall.
Soja als Lebensmittelgruppe, und das heißt jetzt vor allem Tofu,
Sojamilch, Tempeh, also wir reden eher von diesen...
Fermentierten.
Nicht nur fermentierten, aber eher den natürlichen Sojaprodukten.
Die zeigen in den Studien viele gesundheitliche Benefits.
Und weil du gerade Brustkrebs angesprochen hast,
wo wird viel Soja gegessen, in welchen Weltregionen?
In Asien.
Natürlich in Asien.
Und das heißt, dort kann man sehr gut untersuchen,
wie verhält sich das denn bei Frauen zum Beispiel,
die viel Soja konsumieren und solche, die weniger konsumieren.
Und es gibt einen klaren Zusammenhang,
die, die mehr Soja essen, haben weniger seltener Brustkrebs,
als die, die weniger Soja essen.
Das ist klar belegt.
Und das erklärt sich auch durch die Inhaltsstoffe,
durch diese Phytoöstrogene,
die den menschlichen Östrogen ähnlich sind,
aber tatsächlich eine andere Wirkung haben.
Das heißt also tatsächlich vor Brustkrebs schützen können.
Das gilt aber tatsächlich bei den Mengen,
die auch in Asien gegessen werden.
Das haben wir in Europa nicht.
Deswegen findet man in Europa eben diese Zusammenhänge bei Frauen nicht,
die mehr oder weniger Soja essen,
weil die Mengen insgesamt niedriger sind.
Aber wer viel Soja isst, welche Gruppe ist das?
Das sind wieder die Veganer und Veganerinnen.
Die könnten dann durchaus auch in diese Richtung profitieren.
Dazu bräuchten wir aber wieder entsprechende Studien.
Studien.
Das ist das, was eigentlich deine Arbeit ist.
Demnächst gibt es eine neue Studie, die COPLAN-Studie.
Die wird unten nochmal verlinkt.
Wenn ihr spenden wollt, wenn ihr teilnehmen wollt,
dann meldet euch.
Die ganzen Links habt ihr unten.
Und auch zu diesen Sachen,
zu dem Thema, das wir jetzt besprechen,
findet ihr auch noch wissenschaftliche Studien dazu.
Alles unten verlinkt,
damit ihr endlich sagen könnt,
ah ja, Petra macht jetzt auch eine andere Arbeit,
in der sie tatsächlich mit Studien verlinkt und so weiter.
Weil es war ja oft eine Kritik.
Gut, wir haben jetzt Soja schnell abgehakt.
Aber du hast ja auch eine Liste vorbereitet,
die auch unter dem Video verlinkt wird.
Welche sind denn sonst noch gute Proteinquellen?
Da gibt es noch eine Hülsenfrucht.
Und die sollten wir auf jeden Fall jetzt nochmal mit Namen benennen,
weil das finde ich schon ganz spannend.
Ja, ganz einfach die Linsen.
Es gibt ja eine Riesenvielfalt,
aber Linsen ist ja schon ein bisschen einheimischer
als die Sojabohne.
Wobei, muss man auch dazu sagen,
das, was man hier an Sojaprodukten kaufen kann in Deutschland,
gerade im Bio-Bereich,
das sind oft regionale Sojabohnen sogar,
die bei den Herstellern in der Gegend,
in Süddeutschland zum Beispiel, wachsen
und eben die nichts mit Regenwald
und Import aus Südamerika und so weiter zu tun haben.
Ganz, ganz wichtig.
Aber trotzdem, die Linse wäre einheimisch schon immer
oder schon sehr lange.
Nicht immer, kommt aus dem Nahen Osten,
aber schon sehr lange, viele Jahrtausende einheimisch.
Und das ist auch eine super Proteinquelle
und sie hat ähnlich viel Protein wie zum Beispiel ein Schweineschnitzel.
Irgendwas um die 23, 25 Gramm pro 100 Gramm.
Ganz schön viel.
Das ist ordentlich.
Das ist zwar jetzt das Trockene, aber 100 Gramm Linsen,
das wäre schon eine ordentliche Portion in trocken.
Da braucht man nicht ganz so viel,
aber ich kann das ja dann auch kombinieren über den Tag.
Ich muss ja nicht in einer Portion oder in einem Essen
meinen gesamten Eiweißbedarf decken.
Das ist auch nochmal wichtig.
Das finde ich auch ganz spannend,
weil es gibt ja Vollkorngetreide noch,
es gibt auch die Kartoffeln, es gibt noch die Nüsse
und wenn das über den Tag verteilt,
in zwei bis drei Mahlzeiten,
am besten während acht Stunden
in diesem Intervall des Intervallfastens zu dir nimmst,
dann ist es überhaupt kein Thema
und der Körper kann sich die Aminosäuren rausholen
aus diesen Eiweißmolekülen
und kann sie dann verarbeiten zu dem,
was er denn braucht.
Das ist auch ganz spannend.
Aber wenn wir jetzt beim Thema Eiweiß sind,
wie viel Eiweiß müssen wir denn am Tag ungefähr essen,
wenn es eine hohe Qualität hat?
Da gibt es so eine ganz einfache Faustregel,
die ist aber abgeleitet aus den vielen Studien
zum Eiweißbedarf und da landen wir bei
0,8 Gramm Proteine, Eiweiß
pro Kilogramm Körpergewicht.
Nehmen wir jetzt mal einen Mann,
der immer vom Normalgewicht,
nicht schweres Übergewicht,
ein bisschen kräftiger, größeren Mann,
der 80 Kilo wiegt,
8 mal 8, 64 Gramm wären das.
64 Gramm pro Tag Protein hoher Qualität.
Das heißt, wenn ich diese verschiedenen Proteinquellen
kombiniere zum Beispiel,
weißt du, wie viel der Durchschnittsmann
in Deutschland konsumiert an Eiweiß?
Ich würde einfach sagen, ein bisschen mehr.
Ein bisschen mehr, ungefähr die Hälfte mehr,
knapp 100, knapp unter 100 Gramm.
Also viel mehr als notwendig.
Auch die Frauen essen meistens mehr Eiweiß
als sie müssten, nicht ganz so viel wie die Männer,
aber trotzdem mehr als notwendig wäre.
Liegt vor allem an den vielen tierischen Lebensmitteln.
Es ist auch die Frage, ob 0,8 überhaupt,
ob man wirklich so viel braucht.
Es ist durchaus schon in der Diskussion,
dass es vielleicht nur 0,6 sind.
Das hat mir Klaus Leitzmann gesagt,
aber es ist einfach so dieser Sicherheitsabstand,
der noch da eingehalten wird.
Aber okay, Markus, 64 Gramm Eiweiß.
Ein Mann, ein ordentlicher Mann mit 80 Kilo.
Wie viele Linsen sind das?
Wie viel Soja ist das?
Wie viel muss man da essen?
Wie kann man sich das vorstellen?
Wenn wir das jetzt mal rechnen in Linsen,
dann wären das jetzt schon mehr als 200 Gramm.
Das ist schon ordentlich.
Das schaffe ich jetzt auch nicht jeden Tag.
Trocken.
Ja, genau.
Und dann wird das ja noch ein bisschen voluminöser.
Aber ich würde das nie auf ein Lebensmittel beziehen.
Das ist ja das Wichtige.
Sondern es geht ja darum,
wir haben eine Riesenvielfalt an Lebensmitteln.
Du hast ja die guten Eiweißquellen genannt.
Wir haben ja eine vegane Lebensmittelpyramide kreiert
vor ein paar Jahren,
die wir immer wieder updaten.
Wer ist wir?
Das ist mein Institut und ich,
die Gießener vegane Lebensmittelpyramide,
die bestimmt auch unter dem Video verlinkt wird.
Ganz genau, das tun wir nämlich auch.
Und da kann man eben genau schauen,
wenn ich mich an diese Empfehlung orientiere,
dann bin ich gut abgedeckt bei Eiweiß,
bei allen anderen Nährstoffen,
bei auch Eisen, Zink zum Beispiel
oder auch Calcium und so weiter.
Und ein Tagesplan,
der all das abdeckt, aber jetzt bezogen auf Eiweiß,
der könnte so aussehen,
dass man eben morgens,
ich gehe es mal von drei Mahlzeiten aus,
morgens zum Beispiel ein Roggenvollkornbrot
mit Cashewmus isst als Frühstück,
mittags könnte es dann die Linsensuppe sein,
wo ich vielleicht auch noch mal
ein Stück Brot dazu esse
und abends habe ich dann
vielleicht noch mal
ein Knäckebrot mit einem pflanzlichen
Aufstrich drauf
und dann bin ich wunderbar
mit meinem Eiweiß abgedeckt.
Ein paar Nüsse dazu zum Frühstück,
wunderbar.
Also klar, du hast ja Cashewmus drauf gehabt.
Du hast ja schon dran gedacht, klar.
Okay, also da sind wir auf jeden Fall
auf der sicheren Seite
und da ist auch ein Mann,
der so 80 Kilo wiegt,
voll im Leben steht,
durchaus richtig gut versorgt.
Was ist denn mit den Sportlern?
Ja, bei den Sportlern
muss man immer schauen,
ab wo beginnt denn ein Mehrbedarf?
Viele essen ja so,
als ob sie Leistungssport,
vor allem Bodybuilding machen würden,
gerade die Männer, aber tatsächlich
machen sie auch nicht so viel Sport
und bei den Breitensportlern,
Breitensportlerinnen,
die auch durchaus drei-, viermal die Woche
laufen gehen, was wir alle sollten
oder zumindest aktiv sein,
ich schaffe es leider auch nicht immer.
Kommt noch.
Kommt wieder, auf jeden Fall.
Ist der Eiweißbedarf
überhaupt nicht höher, auch bei allen anderen Nährstoffen.
Das ist genauso für die,
die überhaupt keinen Sport machen.
Und was ist mit schwangeren Frauen in der Stillzeit?
Da gibt es natürlich einen höheren Bedarf,
weil eben noch ein zweites Lebewesen,
mindestens ein zweites, manchmal ja noch mehr,
mitversorgt werden müssen
und beim Stillen gibt die Mutter eben
schön ihre Nährstoffe ans Kind ab,
deswegen ist da der Bedarf höher.
Das ist so, aber bei den Sportlern
geht es wirklich los im Leistungssport
und das heißt, sie trainieren sechs-, siebenmal
pro Woche, mindestens einmal pro Tag
oder mehr.
Da sagt man, es gibt ja auch
Gesellschaften für Sportmedizin,
die sagen, das kann dann schon im Bereich
von zwei Gramm bis zu
zwei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht
sein,
also das ist dann schon mehr als doppelt so viel,
aber die machen auch wirklich viel.
Der Unterschied ist das Ausdauersport
oder Kraftsport,
aber für die meisten
Durchschnittsmenschen brauchen
wir überhaupt nicht so viel Eiweiß, wie wir denken.
Es gibt ja jetzt ganz viele, die denken,
ich gehöre dazu, ich mache sechsmal die Woche
Sport, richtig viel
und überhaupt, ich brauche jetzt meine
zwei Gramm, könnte ich mir vorstellen,
dass einige von euch
schon dazugehören.
Können die
Erbsenproteine, Reisproteine,
Sojaproteine, Pulver zu sich nehmen
oder was machen die am besten?
Ich würde überhaupt keine
Proteinpräparate empfehlen,
weil es nicht notwendig ist.
Wir können es wunderbar mit den Lebensmitteln abdecken.
Trotzdem weiß ich,
auch in der veganen Sportszene
ist das ja ganz
angesagt, dass man eben auch
Proteinkonzentrate, pflanzliche,
aber dennoch Proteinkonzentrate
verwendet. Wenn ich Muskelaufbau
haben will, machen will, intensiv,
dann kann das sicher mal unterstützend
funktionieren, ganz gut sein,
aber es ist wirklich bei den meisten
einfach nicht notwendig.
Ich habe noch eine Frage. Es gab ja
vor ein oder zwei Jahren, gab es ja
ein Buch, Böses Gemüse.
Das kenne ich gar nicht.
Kennst du nicht? Nein.
Also es geht halt auch darum,
dass eben
die Lektine
ein Thema sein und
dass die Lektine unseren Körper
vergiften. Was sind jetzt Lektine?
Was meine ich damit? Und
warum sind die überhaupt nicht schädlich?
Und das kann man einfach ganz schnell vergessen.
Markus? Naja, das sind so
Stoffe, die in Hülsenfrüchten,
aber auch im Getreide vorkommen, die
prinzipiell
in hohen Mengen die
roten Blutkörperchen verkleben können.
Also Hämagglutinin
nennt man die dann auch.
Aber effektiv sind die,
wenn ich in normalen Mengen
diese Lebensmittel konsumiere, überhaupt
nicht schädlich. Einzige Ausnahme,
das wäre eben in Hülsenfrüchten,
in Bohnen, dann dieses Fasin, das zählt
auch zu diesen Lektinen.
Und das kann tatsächlich
gesundheitsschädlich sein, wenn ich
diese Hülsenfrüchte roh esse.
Ganz genau, das war mir nochmal ganz
wichtig zu sagen, weil ihr könnt
ganz viele Hülsenfrüchte im Übrigen essen
und die schaden euch nichts, wenn die
nämlich gekocht sind.
Auch schon beim Einweichen gehen
ganz viele von diesen Lektinen,
werden die aufgelöst und beim Kochen
gehen die alle weg. Also Lektine
sind kein Thema
für Eiweiß.
Einfach jetzt nochmal, um
zusammenzufassen.
Wir brauchen weniger Eiweiß
als die meisten denken.
Wir können wunderbar
mit pflanzlichem Eiweiß uns versorgen.
Sinnvoll ist
tatsächlich diese verschiedenen
pflanzlichen Proteinquellen,
Hülsenfrüchte, Getreide,
Nüsse, auch die Ölsamen
haben auch Eiweiß. Wer möchte
Sojaprodukte, man muss sie nicht
essen, aber es spricht überhaupt nichts
dagegen, es hat auch viele Gesundheitswirkungen.
Ganz im Gegenteil finde ich,
ich plädiere für Soja
auf jeden Fall. Und wenn ich die kombiniere,
dann habe ich eben auch meine Aminosäuren
schön kombiniert und bin eben
auf einem super Protein
Niveau, was die Qualität, die
Eiweißqualität betrifft.
Und bin damit
besser sogar versorgt,
weil diese ganzen unerwünschte
Inhaltsstoffe, die dann eben
Fleisch und Wurst liefern,
wie gesättigten Fettsäuren,
Cholesterin,
Harnsäure, Purine,
in den
Wurstwaren dann eben noch
das Nitritpökelsalz, was ja
tatsächlich als krebserregend eingestuft
wird, diese ganzen Stoffe,
das Hämeisen, das tierische Eisen,
was ja übrigens auch
eher ungünstig wirkt,
vor allem im Übermaß.
Das alles ist nicht drinnenpflanzen und
insofern habe ich da eigentlich
nur Vorteile, wenn ich diese pflanzlichen
Eiweißquellen nutze.
Tja, also und wieder
seid ihr gefragt,
was macht ihr jetzt?
Und das würde ich gerne wissen. Schreibt es
unten rein in die Kommentare,
ob euch dieses Video
zum Nachdenken anregt,
zum Verändern anregt
und vielleicht wollt ihr das Video
auch teilen, weil ich finde,
diese Info, die
braucht jeder, weil es schwirrt immer
noch in den Kopfen herum, dass man
Eiweiß nur durch tierische
Lebensmittel genügend bekommt
und das ist einfach nicht wahr.
Das ist verkehrt.
Und von daher
hoffe ich, dass
wir euch einfach ein paar
News mitgegeben haben.
Vor allen Dingen du, lieber
Markus, du hast da wirklich sehr
klar auch
aufgezeigt, warum
Eiweiß eben nicht aus
Tieren stammen muss, sondern
die Pflanze uns viel, viel
wertvolleres zur Verfügung
stellt, weil das eben nämlich dann auch noch
so ein paar Vitamine trinkt,
Mineralien
und überhaupt Vitalstoffe, sekundäre
Pflanzenstoffe, Ballaststoffe,
das sind alles so wunderbare Dinge,
die in Tieren
zumindest, was die Ballaststoffe
und was die sekundären Pflanzenstoffe
anbelangt, nämlich überhaupt nicht vorhanden
ist. Also von daher
tausend Dank für heute.
Ihr habt jetzt ganz
viel noch unter den Videos, was ihr findet.
Wenn ihr noch mehr Videos von Markus
und mir sehen wollt, könnt ihr das hier tun
und ansonsten
ja, versucht doch mal irgendwie
ohne Tier auszukommen
und ich sag
euch, es wird ganz spannend,
vielleicht am Anfang ein bisschen ungewohnt, aber so
nach einer Woche gar kein Thema
mehr und ihr fühlt euch gut.
Also ran an
die pflanzlichen Eiweiße.
Danke Markus. Sehr gerne.
Ciao. Tschüss.